In der Client-Server-Architektur von FDI bietet ein FDI Server den Zugriff auf das sogenannte Informationsmodell. Es bildet die Kommunikationstopologie des Automatisierungssystems ab, in dem die gesamte Kommunikationsinfrastruktur sowie die Feldgeräte als Objekte repräsentiert sind. Konkret bedeutet dies, dass die Daten, Funktionen aber auch die Bedienoberfläche von Feldgeräten Teil des Informationsmodells sind.
FDI Clients greifen dann über den FDI Server auf das Informationsmodell zu, um beispielsweise die Bedienoberfläche des Feldgerätes zu laden und Client-seitig zur Anzeige zu bringen. Verändert der Bediener nun über die Bedienoberfläche Parameter des Feldgerätes, so werden diese vom Client zurück in das Informationsmodell übertragen. Daneben können FDI Clients auch ohne gerätespezifische Bedienoberfläche auf die Geräteparameter im Informationsmodell zugreifen, z.B. für Condition Monitoring.
Welche Daten, Funktionen und Bedienoberflächen der FDI Server im Informationsmodell repräsentieren muss, definiert der Gerätehersteller über das FDI Device Package mit den Inhalten Device Definition, Business Logic, User Interface Descriptions und User Interface Plug-ins. Die Device Definition beschreibt die Daten des Feldgerätes und die interne Struktur, z.B. Blöcke. Die Business Logic stellt vor allem sicher, dass die Konsistenz der Device Definition gewahrt bleibt. User Interface Descriptions und User Interface Plug-ins definieren die Bedienoberflächen des Geräts.
Device Definition, Business Logic und User Interface Description basieren dabei auf EDDL (IEC 61804-3). Das User Interface Plug-in bietet die von FDT/DTMs bekannten Vorteile der frei programmierbaren Bedienoberflächen, ohne jedoch in die betriebskritischen Bereiche einzugreifen. Weitere FDT-Konzepte, die in FDI Einzug halten, sind Nested Communication, also die offene Einbindung von Netzübergängen, sowie die Integration von Kommunikationstreibern über so genannte Communication Server.
Wichtiges Detail
FDI vereint die Vorteile und bewährten Konzepte sowohl von EDDL als auch von FDT. Ein wichtiges Detail ist, dass existierende EDD- und DTM-Lösungen sich in den FDI Device Packages wiederverwenden lassen. Durch Wiederverwendung von EDDs und DTMs ist zu erwarten, dass sich FDI Device Packages zeitnah entwickeln lassen, ohne das Rad jedes Mal neu zu erfinden.
Anlässlich der diesjährigen Namur-Hauptversammlung präsentierte die FDI Cooperation typische Anwendungsfälle an einem herstellerübergreifenden Demonstrator. Dieser Prototyp wurde unter Führung von ABB gemeinsam mit anderen am FDI-Projekt beteiligten Firmen erstellt. Er zeigt, wie einfach sich in Zukunft Inbetriebnahme, Diagnose und Gerätetausch realisieren lassen. Das Ziel ist klar, der Weg ist spannend. FDI ist gerüstet, Integratoren und Betreibern manch schlaflose Nacht zu ersparen und die Life Cycle Kosten nachhaltig zu senken.
* Der Autor ist Geschäftsführer der FDI Cooperation LLC.