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Powder-Binder-Jetting-Verfahren Evonik erteilt James Bond die Lizenz zum Drucken

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Modelle, Laufräder, Motoren – mit dem 3D-Druckverfahren lässt sich heute so gut wie alles herstellen. Was die wenigsten wissen: Auch der Aston Martin DB5 aus dem 23. James Bond-Film „Skyfall“ entstand im Drucker. Möglich machten dies Polymere von Evonik.

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Der „gedruckte“ Aston Martin DB5 aus dem 23. James Bond-Film „Skyfall“. Ein Auto drucken - wie geht das denn? Die Antwort ist einfach: mit dem Powder-Binder-Jetting-Verfahren, einer Form des 3D-Drucks.
Der „gedruckte“ Aston Martin DB5 aus dem 23. James Bond-Film „Skyfall“. Ein Auto drucken - wie geht das denn? Die Antwort ist einfach: mit dem Powder-Binder-Jetting-Verfahren, einer Form des 3D-Drucks.
(Bild: Evonik)

Die letzten Szenen des Films: Angeschlagen und verletzt sucht James Bond Zuflucht im schottischen Hochland. Gemeinsam mit Geheimdienstchefin M verschanzt er sich in „Skyfall“, einem alten Herrenhaus, und wartet auf den Angriff seines Widersachers. Dieser rückt mit einem Helikopter an, bombardiert das Anwesen und zerstört dabei auch Bonds silbernen Aston Martin.

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2006 wurde eines der Agentenautos für rund 2 Millionen US-Dollar versteigert – ein derart teures Gefährt für einen Film einfach in die Luft zu jagen; tut das nicht weh? „Keine Sorge“, schmunzelt Tobias Reinold, Systems Director bei voxeljet, einem Hersteller von industrieller 3D-Drucktechnik, „hier kam kein Aston Martin zu Schaden. Wir haben drei Modelle des Wagens bei uns im bayrischen Friedberg hergestellt. Gedruckt, um genau zu sein.“

Ein Auto drucken - wie geht das denn? Die Antwort ist einfach: mit dem Powder-Binder-Jetting-Verfahren, einer Form des 3D-Drucks. Der Zusammenbau sowie die aufwändige Detailbearbeitung der Fahrzeugmodelle fanden anschließend bei Propshop in den englischen Pinewood Studios statt.

Kurze Produktionszyklen und spezielle Kundenwünsche

3D-Druck ist der Oberbegriff für eine ganze Reihe von Herstellungsprozessen. Voxeljet produziert eigene Drucker und verarbeitet im Powder-Binder-Jetting-Prozess Polymere von Evonik, die als weißes Pulver in großen Gebinden geliefert werden.

Wie aber entsteht daraus ein Auto? Am Anfang steht eine leere Kiste. Aus hauchdünnen Schichten des Pulvers wird mit Hilfe von Spezialkleber die spätere Form aufgebaut.

„Stellen Sie sich vor, Sie schneiden das Auto in tausend Scheibchen so dick wie ein Blatt Papier“, fügt Tobias Reinold hinzu. Diese werden dann in einem mehreren Stunden dauernden Verfahren aufeinander geklebt; eine Schicht nach der anderen.

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