Wasserstoff Europas Wasserstoffhunger wächst: Wachsen die Chancen mit?

Von Dominik Stephan

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Der Alles-Könner-Stoff: Wasserstoff soll Industrie und Verkehr defossilieren helfen, Plastik grün machen und Wohnhäuser energieautark. Kein Wunder, das der Bedarf kräftig wächst - aber was ist mit den Wirtschaftschancen in Folge des Booms? Der VDMA hat genauer hingesehen...

Elektrolyse-Hersteller wie Thyssenkrupp hoffen: Bis 2030 soll sich der Wasserstoffbedarf Europas verdoppeln.
Elektrolyse-Hersteller wie Thyssenkrupp hoffen: Bis 2030 soll sich der Wasserstoffbedarf Europas verdoppeln.
(Bild: Thyssenkrupp)

Die Alchemisten suchten bekanntlich den 'Stein der Weisen', eine wunderbare Substanz, die die 'Transmutation', also die Verwandlung der Elemente ermöglicht. Der Stein der Defossilierungsweisen scheint indes gefunden: Wasserstoff kann schlicht alles. Entsprechend groß ist der Bedarf nach dem leichtesten aller Elemente.

Zehn Millionen Tonnen Wasserstoff werden in Europa Jahr für Jahr verbraucht - noch: Denn bis 2030 könnten es 20 Millionen Tonnen und mehr sein. Der Löwenanteil davon in der Indsutrie - wie heute schon - aber zunehmend auch in Verkehrsanwendungen, zur Herstellung von E-Fuels oder im Energiesektor.

Kommt jetzt der H2-Goldrausch? Eine aktuelle Studie des VDMA und Roland Berger sieht jedenfalls erhebliche Wachstumschancen in völlig neuen Liefer- und Wertschöpfungsketten - und Firmen von Großanlagenbau bis Verfahrenstechnik täten gut daran, entsprechende Claims abzustecken, etwa bei der Lieferung von Ausrüstungen für alle Schritte der Wasserstoff-Wertschöpfungskette von der Produktion über den Transport, die Lagerung und den Vertrieb bis hin zur Endnutzung.

Es wird erwartet, dass die Investitionen in die erforderliche Ausrüstung in den kommenden Jahren erheblich zunehmen werden – mit einem Markt für Elektrolyseur-Ausrüstung in Europa von sechs bis zehn Milliarden Euro im Jahr 2030, abhängig von der tatsächlichen Kostendegression und den Projektrealisierungen.

Im Wasserstoff-Goldrausch

Eines scheint sicher: Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen spielen - insbesondere in Sektoren, die nur schwer zu dekarbonisieren sind. Doch dazu muss sich die gesamte Wasserstoffwirtschaft in industriellem Maßstab entwickeln, was ausgefeilte Fertigungstechnologien und entsprechende Anlagen erfordert. Die neue Studie "Fertigungstechnologien für Ausrüstungen entlang der H2-Wertschöpfungskette" identifiziert dabei fünf Schlüsselthemen, die für die Herstellung von Maschinen und Anlagen für die Wasserstoffwirtschaft erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem die Industrialisierung der industriellen Lieferketten, die kosteneffiziente Herstellung und die Skalierung der Produktion.

Darüber hinaus beleuchtet die Studie mehrere Fertigungstechnologien für Geräte entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Alle Beispiele basieren auf Beiträgen ausgewählter Mitgliedsunternehmen von Power-to-X for Applications, aus kleinen und mittelständischen deutschen Unternehmen. „Diese Unternehmen tragen zur Reifung und Skalierung des Angebots an Wassersstoffsystemen bei: Sie ermöglichen ausreichende Mengen, erhöhen die Effizienz in der Fertigung und, entwickeln neue Komponenten und alternative Materialien“, erklärt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA

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