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Interview: Flüssigkeitsdosierung

Erfolgsrezept: „Sich immer wieder neu erfinden“

| Autor / Redakteur: Das Interview führte Gerd Kielburger* / Matthias Back

Stefan Glasmeyer, Geschäftsführer bei Lewa in Leonberg und dort zuständig für die Themen Vertrieb und Marketing, sieht unter anderem großes Wachstumspotenzial bei Skids und Chemical Injection Packages. Zudem fokussiert man auf der Achema 2015 unter anderem auf Prozesspumpen und die eigene Kompetenz als Systemintegrator im Bereich Verfahrenstechnik einschließlich pharmazeutischer Anwendungen.
Stefan Glasmeyer, Geschäftsführer bei Lewa in Leonberg und dort zuständig für die Themen Vertrieb und Marketing, sieht unter anderem großes Wachstumspotenzial bei Skids und Chemical Injection Packages. Zudem fokussiert man auf der Achema 2015 unter anderem auf Prozesspumpen und die eigene Kompetenz als Systemintegrator im Bereich Verfahrenstechnik einschließlich pharmazeutischer Anwendungen. (Bild: Gerd Kielburger)

Eine beeindruckende Exportquote von fast 90 % – das zeichnet den Leonberger Pumpenhersteller Lewa aus. 2009 wurde das Unternehmen aus dem Ländle von der japanischen Nikkiso übernommen. Mit Innovationen und der Bereitschaft zu stetigem Wandel erzielen die Dosierspezialisten immer wieder neue Höchstleistungen. Die Führung des Unternehmens teilt sich eine deutsch-japanische Dreierspitze. Geschäftsführer Stefan Glasmeyer zur Strategie.

Herr Glasmeyer, wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen einem schwäbischen Mittelständler wie Lewa und seinem japanischen Mutterkonzern Nikkiso im operativen Geschäft? Sind die erwarteten Synergieeffekte eingetreten?

Glasmeyer: Nikkiso war damals unser Wunschkandidat, weil wir ein langfristiges Engagement verbunden mit langfristigen Investitionen erwartet haben. Das hat sich auch so eingestellt. Man bringt uns sehr viel Vertrauen entgegen und hat sogar die das strategische Headquarter für die Weiterentwicklung des Geschäftsfeldes Pumpenindustrie zu uns nach Leonberg verlegt. Für Nikkiso war und ist Lewa für deren Tieftemperatur- und Spaltrohrmotorpumpen ein Türöffner zu den internationalen Märkten, wo wir ja mit vielen Tochtergesellschaften breit aufgestellt sind. Sie fragen nach Synergien: Seit 2013 verkaufen wir in einer gemeinsamen US-Tochtergesellschaft unter der Führung von Lewa auch Nikkiso-Pumpen. Mit Beginn dieses Jahres gilt das auch für die Niederlassung in Singapur. Umgekehrt ist für Lewa der japanische Markt offener geworden.

Als Gesamtstrategie haben Sie organisches Wachstum, Expansion in neue Märkte und verstärkte Innovationen propagiert. Hat sich das eingestellt?

Glasmeyer: 2014 war das beste Jahr in der Firmengeschichte. Wir konnten den Auftragseingang um etwa zehn Prozent steigern. Wir sind mit einem guten Auftragseingang ins Jahr 2015 gestartet und erwarten trotz der aktuellen Investitionszurückhaltung im Segment Öl/Gas wieder ein zweistelliges organisches Wachstum. Generell läuft es in der Prozessindustrie sehr gut für uns. Sie fragen nach Expansionen: Wir haben unser Engagement im Mittleren Osten verstärkt, nach wie vor eine Boom-Region, und sind auch – ungeachtet der Ukraine-Krise – in Russland mit einer eigenen Tochtergesellschaft noch aktiver geworden.

Merken Sie bereits, dass durch den niedrigen Ölpreis Projekte im Öl & Gas-Sektor geschoben werden?

Glasmeyer: Ja, da gibt es hier und da Projektverschiebungen, die im FEED-Stadium sind. Andererseits sehen wir zugleich hohe Projektaktivitäten in Südostasien und auch im Mittleren Osten. Viele Investitionen finden in den USA im Downstream-Bereich statt. Aufgrund unserer Produktpalette sind wir aber nicht nur von Öl & Gas abhängig. Unser Vorteil ist: Wir sind in sehr vielen unterschiedlichen Märkten aktiv, sind regional sehr breit aufgestellt.

Wir haben keine dominierende Abhängigkeit von Applikationen, von Ländern oder von Kunden. Hinzu kommen unser System- und Package- sowie das Aftersales-Geschäft. Zum guten Mix zähle ich auch das Geschäft mit unseren Partnerprodukten, wo wir heute bereits etwa zehn Prozent unseres Umsatzes generieren: Wir sind da nicht im Wettbewerb zu unseren eigenen Produkten. Es handelt sich um ergänzende Produkte renommierter Anbieter wie Viking, Wilden, Pomac und Richter.

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