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Lebensmittel-Verfahrenstechnik

Entwicklung von individuellen Verfahren für die Lebensmittelindustrie

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp* / Matthias Back

In dem 11 Meter hohen Gebäude können Versuche unter realistischen Bedingungen abgebildet werden.
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In dem 11 Meter hohen Gebäude können Versuche unter realistischen Bedingungen abgebildet werden. (Bild: Zeppelin Reimelt)

Cornflakes, Kaffeepulver oder Mehle haben mitunter ihre eigenen Gesetze, wenn es darum geht, diese zu verarbeiten. So müssen nicht nur die jeweiligen Fördereigenschaften, sondern auch noch Hygieneaspekte und die Wirtschaftlichkeit betrachtet werden. In dem neu eröffneten Food Technology Center von Zeppelin Reimelt stehen nun alle Optionen zur Verfügung, um die jeweils beste Lösung herauszufinden.

Nach nur zehnmonatiger Bauzeit und mit einem Investitionsvolumen von 2,6 Millionen Euro wurde das neue Food Technology Center von Zeppelin Reimelt am 22. Juni in Rödermark eröffnet. Seit 1989 hatte man bereits mehrere Anläufe für einen Technikumsneubau gestartet, doch nach dem Verkauf des Familienunternehmens lagen diese Pläne erst einmal auf Eis. Kurz nach dem Zusammenschluss mit Zeppelin Systems, Friedrichshafen, im Jahr 2009 sollten diese Pläne jedoch so schnell wie möglich in die Tat umgesetzt werden. „Ich komme heute, um das Versprechen einzulösen“, so Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH Gerstmann. „Der Bedarf an hochwertig produzierten Lebensmitteln wächst weltweit. Damit ist das Technikum auch eine Erwartung an die Zukunft“, ergänzte Gerstmann.

Das Food Technology Center ist das Dritte im Technikumsverbund des Zeppelin Konzerns. Neben dem bestehenden Technologiezentrum für das Schüttguthandling für die Gummi- und Kunststoffindustrie am Hauptsitz in Friedrichshafen wurde das Technikum für die Mischtechnik in Kassel erst im Jahr 2010 komplett umgebaut. Das neue Zentrum in Rödermark fokussiert sich auf die Nahrungsmittelindustrie. Damit präsentiert sich der Zeppelin-Konzern ab sofort als weltweit größter Technikumsverbund für das Handling hochwertiger Schüttgüter am Markt.

Ideen auf ihre Praxistauglichkeit testen

In dem Food Technology Center besteht auf 600 Quadratmetern die Möglichkeit, Förderleistungen, Dosierleistungen, Dosiergenauigkeiten oder Mischaufgaben mit Rohstoffen der Kunden zu testen. In der elf Meter hohen Halle können gemeinsam mit den Kunden individuelle Verfahren zum Rohstoffhandling und die spezifischen Anforderungen an Ort und Stelle getestet werden. Hier werden in Zukunft neue Systeme für die jeweiligen Anwendungsbereiche aus der Foodindustrie entwickelt und auf ihre Tauglichkeit unter produktionsnahen Bedingungen getestet. Gleichzeitig können Kunden die Vorrichtungen nutzen, um detaillierte Versuche mit ihren Produkten und Verfahren durchzuführen. „Unsere Kunden investieren viel Geld in eine Anlage. Da möchten sie sicher sein, dass alles exakt so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt haben. Und deshalb müssen wir unseren Kunden schon im Vorfeld die nötige Investitionssicherheit bieten“, erklärte Geschäftsführer Hans-Jürgen Sussann von Zeppelin Reimelt anlässlich der Eröffnung.

Modulares System sorgt für Flexibilität

Auf dem zweistöckigen Versuchsareal wurde keine Standard-Anlage fest installiert, sondern ein modulares System entwickelt, das eine hohe Flexibilität garantiert. Dank Gesamtrohrstrecken mit einer Länge von 240 und 320 Metern aufgeteilt in je 80 Meter lange Loops können Produkte sowohl in Hochdruck, Mitteldruck- als auch Langsamförderungen genau getestet werden. Je nach Anforderung stellt Zeppelin Reimelt für Prozesse Einfüllen, Sieben, Dosieren, Fördern, Wiegen und Mischen eine Versuchsanlage zusammen. Zur Verfügung steht u.a. das Recipure-System, das auf mobilen Containern basiert. Während bei pneumatischen Fördersystemen die Lagerbehälter, Silos und Waagen über fest verschraubte Rohrleitungen verbunden sind, lassen sich mit dem Containersystem alle Rohstoffe aus beliebig vielen Lagerbehältern zusammenstellen. Anstatt neuer Rohrverbindungen müssen lediglich weitere Anfahr- und Dosierpositionen im Transportsystem geschaffen werden. Geänderte Rezepturen, Produkte mit anderen Eigenschaften oder andere Veränderungen in der Produktion lassen sich ohne hohe Kosten und aufwändige Umbauten umsetzen.

Der Vorteil liegt in der Anpassungsfähigkeit, aber auch in der hohen Sicherheit, da mit diesem Konzept die gefürchteten Kreuzkontaminationen ausgeschlossen werden können. Dies spielt nicht nur im Lebensmittelbereich eine zunehmend wichtigere Rolle, sondern auch andere Branchen legen großen Wert auf reine Mischungen. Auch die steigenden Anforderungen bezüglich der Rückverfolgbarkeit lassen sich mit dem Recipure-System lösen. Zudem können im angrenzenden Labor detaillierte Analysen und Messungen durchgeführt werden. Mit der Einweihung sind nun die Weichen für die Zukunft gestellt oder wie es der Vorsitzende Geschäftsführer Bernhard Scherer ausdrückte: „Der Neubau ist ein weiterer Meilenstein in der Zeppelin Reimelt und wird unseren Standort mit über 350 Mitarbeitern für die Zukunft weiter stärken und noch erfolgreicher machen.“

* Die Autorin arbeitet als freie Fachjournalistin. E-Mail-Kontakt: info@muehlenkamp.net

Ergänzendes zum Thema
 
Das Auge auf den gesamten Prozess

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