Energieeffiziente Produktion

Energiesparen mit Monitoring-Systemen und innovativen Technologien

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Umsetzung in die Praxis

Davon unabhängig hat fast jedes Unternehmen mehr oder minder große Anstrengungen unternommen, den Verbrauch zu senken. So gründete Evonik Industries im vergangenen Jahr das Zentrum für Energieeffizienz Science-to-Business Center Eco 2 (S2B Eco 2) in Marl. Dort werden allein bis 2013 zusätzlich über 50 Millionen Euro investiert. Das neue Forschungszentrum soll die vorhandenen Kompetenzen rund um die Themen Energieeffizienz und Klimaschutz bündeln und ist in fünf Themenfelder gegliedert: CO2-Abtrennung und -Nutzung, Energieerzeugung, Energiespeicherung, Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz beim Kunden und der Energieeffizienz in Evonik-Prozessen. Ein Beispiel ist etwa die Teil-Absorption von CO2 aus Rauchgasen mit maßgeschneiderten Absorbentien, wobei das CO2 wieder als Rohstoff für Chemieprodukte eingesetzt werden kann. Bei Boehringer Ingelheim werden im Rahmen des Responsible Care eine ganze Reihe an Projekten rund um das Thema Energieeffizienz angestoßen. Ein aktuelles Beispiel am Standort Biberach ist das neue Konzept zur Kälteversorgung. Das bisherige Verfahren der bedarfsabhängigen Kälteerzeugung durch verschiedenartige Kältemaschinen wurde nun durch einen Kühlkaltwasserspeicher ergänzt. Dies sorgt für eine gleichmäßige Kälteerzeugung und damit eine deutliche Reduzierung der einzusetzenden Energiemengen sowie der entstehenden Luftschadstoffe. Mit einem weiteren Projekt will man am Standort Ingelheim die Volllaststunden von Geräten mithilfe von Zeitschaltkalender reduzieren, um den Stromverbrauch zu senken.

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Verbrauch sichtbar machen

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich in Privathaushalten allein 30 Prozent Energie einsparen lässt, wenn die Leute wissen, wie viel die einzelnen Geräte verbrauchen. Dies gilt nicht nur im Kleinen, sondern sollte auch bei großen Standorten funktionieren. So hat Bayer Technology Services ein neues Steuerungsinstrument für eine energieeffiziente und klimafreundliche Produktion entwickelt. Zunächst wird diese mit dem Climate Footprint, der auf das Treibhausgaspotenzial (GHG Protocol) ausgerichtet ist, bewertet. Der Climate Footprint quantifiziert alle klimarelevanten Emissionen eines Produktes aufsummiert von der Rohstofferzeugung über den Produktionsprozess bis zum fertig verpackten Produkt an der Werksgrenze inklusive der Logistik (cradle to gate). Dabei werden alle direkt und indirekt emittierten Treibhausgase auf den Wert von Kohlendioxid normiert. Der Climate Footprint eines Produktes wird in Menge CO2-Equivaltente bezogen auf die Produktmenge ausgewiesen. Anschließend beginnt die detaillierte Analyse. Ziel ist es, Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs bzw. der direkten und indirekten CO2-Emissionen heraus zu finden. Die Verbesserungsmaßnahmen reichen von einfachen operativen Verbesserungen in der Produktion über komplexe Verschaltungen von Wärmeströmen bis hin zu Verbesserungen in der Energieerzeugung oder der Anwendung von innovativen Technologien.

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