Druckluft/Fluide Energie- und Medieneffizienz in der Produktion beginnt bei Druckluft und Fluiden

Autor / Redakteur: Christoph Reichel / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Der Grundstein für mehr Effizienz in der Produktion wird schon beim Hersteller von Maschinen und Industrieanlagen gelegt. Umfassende Ansätze beziehen alle Energieträger, zum Beispiel Druckluft, und die Betriebsmedien ein – also Roh- und Hilfsstoffe oder Desinfektionsmittel.

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Bild 1: Die Zertifizierungsstelle der TÜV Süd Industrie Service GmbH hat die Hydronomic-RO-Wasseraufbereitungsanlage von Krones in Einbeck gemäß den Anforderungen des Enviro-Managementsystems geprüft und bestätigt.
Bild 1: Die Zertifizierungsstelle der TÜV Süd Industrie Service GmbH hat die Hydronomic-RO-Wasseraufbereitungsanlage von Krones in Einbeck gemäß den Anforderungen des Enviro-Managementsystems geprüft und bestätigt.
(Bild: Krones)

Gefragt sind sinnvolle Standards für den Konstruktionsprozess, aber auch für den Betrieb. Ein Beispiel gibt der TÜV-Süd-Standard „Energy and Media Efficiency, Environmental Sustainability“, wie er bei der Krones AG umgesetzt wurde, einem Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen in der Getränkeindustrie. Denn insbesondere im Anlagen- und Maschinenbau steckt zwar viel Potenzial für Effizienzsteigerungen. Aber es ist schwerer zu erschließen als in anderen Branchen, da nur durch eine umfassende, systematische Betrachtung aller Prozesse und Komponenten sämtliche Potenziale ersichtlich werden.

Drehen an einzelne Stellschrauben hilft nicht beim Energiesparen

Das Drehen an einzelnen Stellschrauben hingegen ist nicht geeignet, um den Blick auch für intelligente Einsparlösungen zu schärfen und langfristig Energie, Medien und somit Kosten beim Betrieb einzusparen. Das zeigt beispielsweise das vielfach genutzte und energieintensive Medium Druckluft, das als Prozessluft oder Energieträger wichtige Funktionen in den Anlagen und Maschinen der unterschiedlichsten Branchen übernimmt.

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Da alle Komponenten des Druckluftsystems – vom Kompressor über die Leitungen bis zum Verbraucher – wesentlichen Einfluss auf den Nutzungs- und Effizienzgrad der zugeführten elektrischen Energie haben, muss das ganze System betrachtet werden. Wird beispielsweise lediglich ein Kompressor gegen eine modernere Variante getauscht, um das Druckniveau zu senken und Strom zu sparen, geht die Rechnung nicht auf. Denn ohne Anpassung und Optimierung der angeschlossenen Werkzeuge und Komponenten steht diesen dann nicht mehr ausreichend Energie zur Verfügung, einzelne Prozesse und Arbeitsschritte laufen langsamer oder nicht mehr ab.

Systematische Zusammenhänge nicht außer Acht lassen

Auch andere Effizienzmaßnahmen scheitern, wenn die systematischen Zusammenhänge außer Acht bleiben. Wird ein Rohrsystem aus Kostengründen zu klein im Querschnitt ausgelegt, dann steigen durch den erhöhten Innenwiderstand der Energiebedarf und somit auch die Energiekosten für den langjährigen Betrieb. Die eben getätigte Investition in leistungsgeregelte, energieeffiziente Verdichter mit intelligenter Steuerung wird sich als überdimensioniert und unwirtschaftlich herausstellen, wenn sich der Verbrauch durch spätere Einsparmaßnahmen erheblich senken lässt, beispielsweise weil Leckagen beseitigt oder das Leitungssystem optimiert werden mussten.

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