Stellantriebe

Elektrische Stellantriebe vermitteln zwischen Leitsystem und Armatur

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Störungen im Vorfeld vermeiden

So hilfreich es ist, aufgrund der gespeicherten Daten eine Störungsursache im Nachhinein zu identifizieren, ist es vorzuziehen, eine Störungsursache zu beseitigen, bevor es zur Störung kommt. Mit der Einführung der Feldbustechnologie wurden Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen, mit denen sich zusätzliche Statusinformationen vom Feldgerät zum Leitsystem übertragen lassen. Bedenkt man, dass in eine prozesstechnische Anlage Tausende von Feldgeräten unterschiedlicher Hersteller eingebaut sein können, ist es notwendig, die Statusmeldungen der verschiedenen Geräte nach einem einheitlichen Schema zu klassifizieren. Mit den NE-107 Empfehlungen hat die Namur ein solches Schema mit vier Meldeklassen geschaffen. Dadurch ist es dem Betriebsführer möglich, den Status eines Feldgerätes schnell einzuschätzen und den Vorgang an die Wartungsabteilung weiterzuleiten. Diese kann dann beispielsweise prüfen, warum die Temperaturen im Umfeld eines Stellantriebs ungewöhnlich hoch sind.

Vorausschauende Wartung

Feldgeräte werden heutzutage nach festen Intervallen gewartet. Ob das festgelegte Intervall den tatsächlichen Erfordernissen entspricht, ist einer gewissen Unsicherheit unterworfen. Ziel der vorausschauenden Wartung ist es, die Maßnahmen dann durchzuführen, wenn sie notwendig sind. Mit der kontinuierlichen Überwachung von Drehmoment, Temperatur und Vibrationen stehen die Basisdaten zur Verfügung, die zur Ermittlung einer Wartungsempfehlung erforderlich sind. Aus dem Abgleich mit in Lebensdauertests ermittelten Daten ergibt sich dann eine Wartungszahl. Aus dieser Wartungszahl lässt sich, gewichtet mit der vom Anlagenbetreiber geforderten Ausfallsicherheit, ein nutzungsabhängiges Wartungsintervall für den Stellantrieb ermitteln.

Bei der Beschaffung von Feldgeräten sollen nicht mehr die Anschaffungskosten allein berücksichtigt sein, sondern die Lebensdauerkosten, d.h. alle anfallenden Aufwendungen bis zur voraussichtlichen Außerbetriebnahme der Geräte. Mit den nun verfügbaren Daten lassen sich die Lebensdauerkosten von Stellantrieben durch präventive Wartung reduzieren und insgesamt besser einschätzen.

* Der Autor ist technischer Redakteur bei AUMA Riester GmbH & Co. KG.

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