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Eine Kühlwasserleitung kostengünstig sanieren

| Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann

Stutzen und Schieber im Einsatz: mit verschraubtem Hot-Tap-Gerät
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Stutzen und Schieber im Einsatz: mit verschraubtem Hot-Tap-Gerät (Bild: Bardenhagen)

Was tun, wenn Kühlwasserleitungen instand gesetzt werden müssen? Auf eine clevere und zugleich kostengünstige Idee kam ein Dienstleister bei BASF Schwarzheide.

Der Hintergrund dazu: Durchflussmessungen hatten ergeben, dass die Sperrklappen von Vor- und Rücklauf in einer Anlage, in der wichtige Zwischenprodukte für die Kunststoffindustrie hergestellt werden, nicht vollständig geschlossen werden konnten: Stündlich strömten noch etwa 35 000 l Kühlwasser ins Anlagensystem hinein und wieder heraus. Da die Außerbetriebnahme des Hauptkühlkreislaufs einen kompletten Stillstand aller Produktionsanlagen bedeutet hätte, war das keine Option.

Gewusst wie

Es galt also, den Durchfluss im System unter Druck zu stoppen, um den Austausch zumindest der beiden Klappen im Bereich der Anlage zu ermöglichen – bei einer Rohrleitung mit einer Nennweite von 600 mm, einem Anlagendruck von 6 bar und einer Systemtemperatur von rund 40 °C kein leichtes Unterfangen.

Ein Einfrieren der Leitungen, aufgrund des großen Durchmessers ohnehin schon sehr aufwändig, kam aufgrund des nicht zu stoppenden Medienflusses nicht in Frage. Eine Alternative wäre ein doppelter ‚Line Stop‘ gewesen, also das Anbohren durch ein Fitting, das die Rohrleitung vollumfänglich umschließt, und das Einführen einer mechanischen Verschlussvorrichtung. Diese Methode erfordert jedoch umfangreiche Schweißarbeiten, große Gerätschaften und kann bei Ablagerungen und Verkrustungen im Rohr zu Problemen führen.

Parallelabsperrung mittels Hochdruck-Absperrblasen

Der Instandhaltungs-Dienstleister Bardenhagen schlug dem Auftraggeber als kostengünstigere und einfachere Alternative eine parallele Absperrung von Vor- und Rücklauf mittels Hochdruck-Absperrblasen vor. Die Verantwortlichen der BASF Schwarzheide akzeptierten diesen Lösungsansatz.

Der Ablauf gestaltet sich dann so: Auf die beiden Leitungen wurde jeweils ein DN 400-Stutzen mit Flansch aufgeschweißt, auf die wiederum je ein DN 400-Schieber montiert wurde. Eine Hot-Tap-Maschine brachte nun durch den geöffneten Schieber hindurch eine Bohrung mit einem Durchmesser von 370 mm in die Leitungen ein. Die Begutachtung des ausgebohrten Rohrsegmentes ergab erwartungsgemäß, dass harte Verkrustungen und Unebenheiten im Rohr das Verschließen mittels Rohrstopfen nicht zugelassen hätten. Durch die Bohrung wurde dann jeweils eine Blase aus beschichtetem ballistischen Nylon eingeführt und mit Druckluft (9 bar) auf seine Gesamtlänge von rund 1,2 m aufgeblasen.

Vom Öffnen der Schieber unter den Blasensetzgeräten bis zur vollständigen Befüllung der Blasen benötigten vier Bardenhagen-Techniker lediglich eine Stunde Zeit. Dann wurde die Demontage der Absperrklappen vorbereitet und das Kühlsystem entleert.

Acht Stunden Haltezeit

Beim Öffnen der Leitungen im Bereich der Klappen stellte sich heraus, dass beide Blasen das System 100-prozentig absperrten. Auch musste während der gesamten Haltezeit der Absperrung keine Luft nachgefüllt werden. Das Tauschen der Klappen nahm etwa fünf Stunden Zeit in Anspruch, sodass die Haltezeit der Blasenabsperrung insgesamt acht Stunden umfasste. Mittels Kettenzug wurden die Blasen nach dem Entspannen in die Schleusen zurückgezogen, die Schieber geschlossen und die Geräte demontiert.

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Nach diesem recht spektakulären Einsatz lässt sich abschließend sagen, dass das Absperrverfahren mittels HD-Blasen schnell, effektiv, hochvariabel und kostengünstig ist (bei Systemdrücken bis zu 8 bar, Durchmessern bis zu 1900 mm und Temperaturen bis zu 120 °C).

Spezialisierte Instandhaltungs- und Reparaturservices

Wo ein 24-Stundenbetrieb gewährleistet sein muss und wo Anlagen für eine Reparatur nicht abgeschaltet, ausgebaut und extern überholt werden können, kommen Bardenhagen-Techniker zum Einsatz. Als eigentümergeführtes Unternehmen mit langer handwerklicher Tradition hat sich die Bardenhagen-Gruppe seit der Gründung 1986 zu einem deutschlandweit tätigen Unternehmen mit mittlerweile über 100 Mitarbeitern entwickelt. Bardenhagen unterstützt Unternehmen der Prozessindustrie, insbesondere aus den Bereichen Chemie und Petrochemie, Raffinerien, konventionelle und Kernkraftwerke sowie Windenergie mit spezialisierten Instandhaltungs- und Reparaturservices.

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