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Unfall in Decin Ein Toter und viele Verletzte bei Phenol-Austritt

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im tschechischen Decin ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. In der Produktion von Chemotex ist laut übereinstimmenden Medienberichten Phenol ausgetreten. Die organische Substanz wurde offenbar beim Abfüllprozess durch einen gerissenen Schlauch freigesetzt. Mindestens 20 weitere Mitarbeiter wurden verletzt.

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Bei dem Unfall in Decin ist offenbar Phenol ausgetreten. Phenol ist ein starkes Gift und kann für Menschen tötlich sein.
Bei dem Unfall in Decin ist offenbar Phenol ausgetreten. Phenol ist ein starkes Gift und kann für Menschen tötlich sein.
(Bild: Open Street Map / Open Street Map / OpenStreetMap-Mitwirkende / CC BY-SA 2.0 / BY-SA 2.0)

Würzburg – In Tschechien ereignete sich ein schwerer Unfall: In der Produktion des Chemieunternehmens Chemotex in Decin, nahe der deutsch-tschechischen Grenze, ist ein Arbeiter an den Folgen eines Phenol-Austritts verstorben – mindestens 20 weitere Mitarbeiter des Unternehmens sollen Verätzungen erlitten oder Gase der Säure eingeatmet haben, so ein Sprecher der Rettungskräfte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Davon seien zwei Menschen in einem sehr ernsten Zustand, darunter der Fahrer des Lastwagens.

Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen traditionellen tschechischen Hersteller von Drogerieprodukten und Kosmetik, der sowohl im Auftrag als auch Eigenmarken wie beispielsweise die Produktserie Flore (Putz- und Reinigungsmittel, Mittel für Geschirrspülmaschinen), Bent (Putz- und Reinigungsmittel), Antibakterial (Desinfektion), Avisil (Waschmittel und Weichspüler), Kalyp (Flüssigseifen, Duschgels, Stückseifen, Handcremes), Regia (Haar- und Körpershampoo, Duschgels) und ähnliches produziert.

Darüber hinaus stellt das Unternehmen auch Katalysatoren, Aktivierungsmittel, Verzinnung sowie Pflanzenschäume her. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet von einem Augenzeugen, der gegenüber dem tschechischen Fernsehen gemeldet habe, dass beim Umfüllen aus einem Tankzug ein Schlauch gerissen sei. Das sowohl giftige als auch ätzende Phenol wird von Chemotex zur Produktion von Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Farben und Klebstoffen sowie Kosmetikartikeln weiterverarbeitet.

Laut Behörden vor Ort war die Bevölkerung zu keiner Zeit in Gefahr. Anscheinend sei auch kein Phenol in die Kanalisation, oder in die Elbe gelangt.

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