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Die redundante Netzwerktopologie bietet dem Zweckverband die kommunikationstechnische Basis, um eine hohe Verfügbarkeit des Leitsystems sowie der bedienten Prozesse sicherzustellen. Für den Versorger gilt der Grundsatz: Zur Absicherung der Trinkwasser-Belieferung sind alle wesentlichen Einrichtungen doppelt vorhanden. Dies trifft nicht nur auf die eingesetzte Anlagentechnik zu, sondern lässt sich ebenfalls auf die Leitwarte übertragen. Denn neben der Leitungs-Redundanz kann auf Basis des Ethernet-Netzwerks eine Server-Redundanz in der Leitebene geschaffen werden.
Zu diesem Zweck betreibt die Reckenberg-Gruppe am neun Kilometer vom Wasserwerk Wassermungenau entfernten Standort des Hochbehälters Mitteleschenbach einen weiteren Server als redundanten Leitrechner, über den die Mitarbeiter via Gigabit-Ethernet-Ring auf die Daten sämtlicher Stationen zugreifen können. Ein solcher Zugriff ist dem Bereitschaftsdienst des Zweckverbands auch von zuhause aus über eine verschlüsselte VPN-Kommunikation (Virtual Private Network) möglich.
Schnelle Störungsbehebung aus der Ferne
Für kleinere, in der Regel unbesetzte Stationen ergeben sich durch die Verwendung der Gigabit Modular Switches zusätzliche Vorteile. So kann ein Power-over-Ethernet-Modul projektiert werden, an das eine Überwachungskamera sowie ein Voice-over-IP-Telefon angebunden sind. Ist im Service-Fall Personal vor Ort, steht den Mitarbeitern eine autarke Telefon-Option über das Netzwerk zur Verfügung. Für die hohe Verfügbarkeit des Netzwerks sorgen neben dem redundanten Versorgungsanschluss auch unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) Quint Power von Phoenix Contact, die auf der Hutschiene montiert werden.
Nach über einem Jahr Betriebszeit sieht sich der Zweckverband in seiner Entscheidung für ein Gigabit-Glasfasernetz bestätigt. Martin Ramming stellt abschließend fest: „Unsere Investitionen haben sich gelohnt, da die Ethernet-basierte Kommunikations- und Leittechnik die Versorgungssicherheit deutlich erhöht hat. Durch die Echtzeit-Überwachung der Anlagen und die standortübergreifende Steuerungslogik mit der Möglichkeit des Remote-Zugriffs werden Fehler erheblich schneller gemeldet, diagnostiziert und behoben. 80 % der Störungen konnten bereits aus der Ferne beseitigt werden, was Zeit und Geld einspart.“
* Der Autor ist Produktmanager Netzwerktechnik, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont.
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