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Trinkwasser-Versorgung Effiziente Anlagenüberwachung durch redundante Vernetzung

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Uwe Nolte / Dr. Jörg Kempf

Verbraucher wollen rund um die Uhr mit reinem, gut schmeckendem Wasser beliefert werden, das mit ausreichendem Druck aus dem Hahn in Küche oder Bad fließt. Erfahren Sie, wie sich durch den Aufbau redundanter Kommunikationsnetzwerke ein entscheidender Beitrag zur Sicherstellung einer zuverlässigen Trinkwasser-Versorgung leisten lässt.

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Trinkwasser zählt überall auf der Welt zu den elementaren Lebensmitteln – Blick in einen Trinkwasserbrunnen.
Trinkwasser zählt überall auf der Welt zu den elementaren Lebensmitteln – Blick in einen Trinkwasserbrunnen.
(Bild: Phoenix Contact)

Die im mittelfränkischen Gunzenhausen ansässige Reckenberg-Gruppe beliefert rund 148 000 Einwohner im Umkreis als regionaler Zweckverband mit Trinkwasser. Das Versorgungsgebiet umfasst dabei 20 Städte und Gemeinden in den drei Landkreisen Ansbach, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen, sodass ein ausgedehnter Wirkungsbereich von 750 Quadratkilometern abgedeckt werden muss.

Die Reckenberg-Gruppe stellt den Verbrauchern insgesamt mehr als sechs Milliarden Liter Trinkwasser pro Jahr zur Verfügung. Hiervon werden etwa 60 % aus den 13 eigenen Brunnen in drei Erschließungsgebieten gewonnen. Die restlichen circa 40 % kauft der Zweckverband von der Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum zu, denn das Versorgungsnetz der Reckenberg-Gruppe ist in das nordbayrische Wasserverbundnetz integriert.

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Über das Verbundnetz bedient der Zweckverband auch benachbarte Weiterversorger, die sich ebenso wie die direkt angeschlossenen Kunden auf eine hohe Verfügbarkeit verlassen können. Um die Trinkwasser-Versorgung an 365 Tagen im Jahr sicherzustellen, beschäftigt der Zweckverband Fachleute und setzt zudem auf eine effiziente Anlagenüberwachung sowie ein schnelles Störfall-Management. In diesem Zusammenhang kommt der kommunikationstechnischen Anbindung der weit verzweigten und räumlich verteilten Infrastruktur eine besondere Bedeutung zu.

Flexible Ethernet-Anbindung an die Leitzentrale

Neben dem ausgedehnten Leitungsnetz müssen das Wasserwerk selbst mit den Aufbereitungsprozessen, zehn Speicheranlagen (Hoch- und Tiefbehälter), zwei Wassertürme, zahlreiche Pumpwerke sowie die verschiedenen Brunnen in den Erschließungsgebieten überwacht und gesteuert werden. Bisher wurden die einzelnen Stationen über verdrillte Kupferleitungen an die Leitwarte angekoppelt, doch die Lösung entsprach nach über 30 Jahren Betriebszeit nicht mehr den gestiegenen Ansprüchen. Eine Bestandsaufnahme im Jahr 2011 durch die verantwortlichen Techniker ergab einen grundsätzlichen Sanierungsbedarf.

Nun galt es für die Reckenberg-Gruppe ein Vernetzungskonzept zu entwerfen, das zum einen den gewachsenen Kommunikationsanforderungen durch einen modernen Aufbau gerecht wird. Auf der anderen Seite sollte die Lösung flexibel sein, damit sie sich bei Bedarf entsprechend ausbauen lässt. Die Techniker des Zweckverbands entschieden sich vor diesem Hintergrund dafür, sämtliche Stationen auf Basis von Ethernet mit der Leitzentrale zu vernetzen. Aufgrund der räumlichen Entfernung ergeben sich so Datenverbindungen mit einer Gesamtlänge von mehr als 100 Kilometern, wobei zwischen den Stationen Distanzen bis 18 Kilometer zu überbrücken sind. Bei der Planung lag ein Hauptaugenmerk auf der Umsetzung einer hochverfügbaren Netzwerkstruktur, die den geografischen Gegebenheiten der anzubindenden Stationen Rechnung trägt.

Um die hohen Ambitionen in puncto Verfügbarkeit zu erfüllen, wurde eine redundante Netzwerkstruktur auf Basis von Gigabit-Glasfasertechnik projektiert. Mehr auf der nächsten Seite.

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