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Studie von Roland Berger Digitalisierung soll Nahrungsmittelproduktion zukunftsfähig machen

| Redakteur: Alexander Stark

Zu den größten Herausforderungen unserer Generation gehört es, eine rasant wachsende Zahl von Menschen mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Die Studie „Farming 4.0: How precision agriculture might save the world“ beschreibt, wie Landwirtschaft und Industrie in Zukunft kooperieren können, um eine sichere Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen.

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2050 müssen rund 10 Milliarden Menschen ernährt werden, jedoch steht immer weniger fruchtbarer Boden zur Verfügung
2050 müssen rund 10 Milliarden Menschen ernährt werden, jedoch steht immer weniger fruchtbarer Boden zur Verfügung
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

München – Die Hauptaufgabe des Agrarsektors liegt darin, eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten. Das bedeutet, dass laut UN-Prognose im Jahr 2050 weltweit rund 10 Milliarden Menschen ernährt werden müssen. Gleichzeitig zerstören aktuelle Bewirtschaftungsmethoden und der Klimawandel fruchtbare Ackerfläche, was wiederum Erträge gefährdet. Doch moderne Technologien können helfen: Mit digitalisierten Systemen können beispielsweise Krankheiten bei Nutztieren frühzeitig erkannt und Düngemittel punktgenau gespritzt werden, was das Betriebsergebnis insgesamt verbessert.

Intelligente Managementsysteme mindern nicht nur betriebswirtschaftliche Risiken, sondern schützen auch Tiere und Umwelt. Die digitalisierte Landwirtschaft ist deshalb ein Wachstumsmarkt und soll bis zum Jahr 2021 um jährlich knapp 13 % zulegen. Das sind die Ergebnisse der neuen Roland Berger-Studie „Farming 4.0: How precision agriculture might save the world“. Der technologische Wandel der Agrarindustrie sei weniger im Fokus der Öffentlichkeit, aber genauso tiefgreifend wie die Veränderung der Automobilindustrie, beschreibt Wilfried Aulbur, Partner bei Roland Berger, die Situation. Aber auch jeder Einzelne könne etwas bewirken: Eine nachhaltige Lebensweise, zum Beispiel durch eine Verringerung von Abfall, tragen laut Aulbur zu einer lebenswerten Zukunft bei.

Die Akteure nutzen vier wichtige Technologiehebel, um Verbesserungen in der Agrarwirtschaft voranzutreiben und ein neues Agrarsystem zu schaffen.
Die Akteure nutzen vier wichtige Technologiehebel, um Verbesserungen in der Agrarwirtschaft voranzutreiben und ein neues Agrarsystem zu schaffen.
(Bild: Roland Berger)

Klimawandel gefährdet finanzielle Basis der Landwirte

Der Klimawandel beeinflusst fruchtbare Ackerböden negativ. Dies lässt die Ernteerträge sinken und verursacht Mehrkosten für Landwirtschaftsbetriebe; ihre Verschuldung nimmt zu und die Gefahr einer Pleite droht.

Zeitgleich aber fordern Konsumenten und Gesetzgeber nachhaltigere und effizientere landwirtschaftliche Methoden. Moderne Landwirtschaftsunternehmen sollten darauf mit Investitionen in neue Hard- und Softwarelösungen reagieren. Viele Landwirte seien traditionell eher risikoavers und könnten den Wandel im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten nicht alleine vorantreiben, gibt Wilhelm Uffelmann, Partner bei Roland Berger, zu bedenken. Deshalb sollten Wertschöpfungspartner wie Landmaschinenhersteller in die Transformation eingebunden werden. Entsprechend sollte auch die gesamte Logistikkette neujustiert werden.

Besonders wichtig sei der Aufbau von Kooperationen - sowohl mit weiteren Unternehmen aus dem Agrarsektor als auch mit innovativen Start-ups.

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