Suchen

Magnetkupplungs- und Spaltrohrmotorpumpen

Dichtkunst besonderer Art

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Jörg Kempf

Eine undichte Rückstandspumpe, die Kohlenwasserstoffe bei einer Temperatur von etwa 230 °C fördert, führte Anfang Januar in einer deutschen Raffinerie zum offenen Brand. Der Fall zeigt, wie wichtig in kritischen Einsatzbereichen eine hermetische Pumpenkonstruktion sein kann. Spaltrohrmotor- und Magnetkupplungspumpen kommen ohne Wellendichtung aus und sind deshalb absolut dicht.

Firmen zum Thema

Prozesspumpen, die in Raffinerien und Chemiewerken eingesetzt werden, müssen häufig äußerst hohen Ansprüchen an die Dichtigkeit genügen. Sulzer Pumps bietet die Prozesspumpenreihe OHH auch mit zwei hermetisch gedichteten Typen an: mit Magnetkupplung (OHM, Bild) und mit Spaltrohrmotor (OHC).
Prozesspumpen, die in Raffinerien und Chemiewerken eingesetzt werden, müssen häufig äußerst hohen Ansprüchen an die Dichtigkeit genügen. Sulzer Pumps bietet die Prozesspumpenreihe OHH auch mit zwei hermetisch gedichteten Typen an: mit Magnetkupplung (OHM, Bild) und mit Spaltrohrmotor (OHC).
( Bild: Sulzer )

Die Gründung des deutsch-japanischen Gemeinschaftsunternehmens Nikkiso-KSB GmbH als Anbieter von Spaltrohrmotorpumpen lenkt einmal mehr den Blick auf einen zwar eher kleinen, aber höchst interessanten Markt: Diese leckagefreien, wellendichtungslosen Pumpen haben nach Einschätzung von KSB europaweit ein Marktvolumen von rund 50 Millionen Euro – nach Asien sei das der bedeutendste Absatzmarkt für diese Aggregate. Die Nikkiso-KSB sieht sich in Europa als zweitgrößter Anbieter, nach Hermetic Lederle und vor dem schweizerischen Unternehmen Rütschi.

Zweite im Bunde der leckagefreien Pumpen ist die Magnetkupplungspumpe. Und wenn die Einschätzung der Branche stimmt, dass der Anteil Magnetkupplungs- zu Spaltrohrmotorpumpen im Bereich 2:1 liegt, ergibt sich in Europa ein Marktpotenzial für Magnetkupplungspumpen von etwa 100 Millionen Euro. In Summe ist der Markt für wellendichtungslose Pumpen in Europa demnach rund 150 Millionen Euro schwer – Tendenz steigend: Vor allem wegen verschärfter Umweltvorschriften (Stichwort: TA Luft in Deutschland, Clean Air bzw. Clean Water Act in den USA, vergleichbare Vorschriften in anderen Ländern) und erweiterter Einsatzgebiete erwarten Fachleute bei wellendichtungslosen Pumpen die höchsten Steigerungsraten. Gute News also für die Hersteller.

Bildergalerie

Magnetkupplung oder Spaltrohrmotor?

Doch welcher Pumpentyp soll’s nun sein? Magnetkupplung oder Spaltrohrmotor – das ist hier die Frage. Im Rahmen des Verbundprojekts ReMain – es geht dabei um die Optimierung der Zuverlässigkeit von Pumpen – wurde zunächst untersucht, welche Bauarten in verfahrenstechnischen Anlagen eingesetzt werden. Ergebnis: Neben der mit 66% dominierenden Chemienormpumpe mit dynamischer Wellenabdichtung haben Spaltrohrmotorpumpen einen Anteil von 6%, Magnetkupplungspumpen sind mit 19% vertreten (siehe Grafik).

Der Spaltrohrmotor

Beim Spaltrohrmotor bilden Motor und Pumpe eine integrale Einheit; Rotor und Laufrad sitzen auf einer gemeinsamen Welle. Die Statorwicklung ist durch ein zylindrisches Edelstahlrohr (Spaltrohr) vom Rotor getrennt und gegen die Förderflüssigkeit geschützt. Neben dem Spaltrohr als hermetisch dichtem Bauteil stellt das Motorgehäuse eine zweite Sicherheitshülle dar. Das Antriebsmoment wird direkt über das elektromagnetische Feld auf die gemeinsame Motor- und Pumpenwelle übertragen. Bei dieser Konstruktion ist konzeptbedingt kein Standard-Elektromotor verwendbar.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 283764)