Engineering-Software

Das neue Engineering-Softwaremodul von Aveva schließt eine Lücke im Portfolio

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Zentrales Listenmanagement verbessert Software-Engineering

Soweit die Theorie. Bisher klaffte aber im Produktportfolio eine Lücke, wodurch der durchgängige Datenfluss zu einem Rinnsal wurde und versiegte, sobald er die Aveva-Welt verließ. Denn mit Diagramm kann der Ingenieur zwar Rohrleitungs- und Instrumentierungs-Schemata erstellen, was aber fehlte, war ein ausgefeiltes Listenmanagement, das es ermöglicht, aus den Stücklisten heraus die R&I-Schematas zu erstellen. Aveva Engineering schließt jetzt diese Lücke, denn damit können die Planungsingenieure Rohrleitungslisten, Apparatelisten, Armaturenlisten und andere Komponenten erfassen und zentral pflegen. Das Besondere an der Lösung seien die jedem Ingenieur vertrauten Funktionalitäten aus der Tabellenkalkulation Excel, betont Markus Herrmann der Technische Leiter bei Aveva Deutschland. „Jeder der Excel kennt, kann relativ leicht mit unserem System arbeiten.“ Prozessanlagen beginnen ihr Planungsleben nämlich in der Regel mit hunderten von Excellisten, wodurch das Microsoftwerkzeug zum meistverwendeten Austauschformat zwischen allen Beteiligten wird. Selbst der Chemiekonzern BASF mit seiner weltweit mehrere tausend Mitarbeiter umfassenden Ingenieursabteilung erstelle seine Rohrleitungsplanung immer noch in Excel, erzählt Herrmann.

Ein Lob der Excelliste

Aus gutem Grund haben sich die Aveva-Entwickler also darüber Gedanken macht, wie man dem Planungsingenieur sein Lieblingstool erhalten und gleichzeitig den Datentransfer durchgängig machen kann. Die Benutzerschnittstelle des neuen Tools Aveva Engineering basiert auf Microsoft Office Fluent, wodurch die Systemoberfläche die typische Office-Anmutung erhält. Eingebaute Statuskontrollen ermöglichen dem Ingenieur die Sicht auf die Informationsqualität. Mit Vergleichs- und Update-Funktionen können die Planer Daten und Informationen in anderen Systemen vergleichen und je nach Bedarf selektiv oder vollständig aktualisieren. Der Datenabgleich kann so schnell und einfach durchgeführt werden. Change Highlighting heißt die Funktion, mit der der Ingenieur beispielsweise Rohrleitungsänderungen verfolgen und den Planungsstatus zu einem bestimmten Zeitpunkt abrufen kann und zwar über alle Aveva-Module (Engineering-Diagramm-PDMS) hinweg. So weist eine gelbe Hinterlegung beispielweise auf geänderte Attribute hin und rot auf weggefallene Daten. Damit wollen die Entwickler verteiltes und paralleles Arbeiten unterstützen, wie es in den interdisziplinär und weltweit verteilten Teams heute üblich ist. Gemäß der Philosophie der offenen Schnittstellen erlaubt das neue Werkzeug den direkten Transfer bereits erstellter Excellisten und die Übernahme der Daten in die Datenbank Abacon.

Hinter dieser Entwicklung steht zum einen das Ziel, stärker als bisher die verfahrenstechnische Industrie ins Visier zu nehmen, zum anderen der Wunsch mit einer durchgängigen Lösung die Idee der digitalen Anlage weiter voranzutreiben, zu der auch Schullers Credo passt: „Für jede physikalische Anlage sollte es auch eine digitale geben.“

Viel Überzeugungsarbeit muss Schuller nicht mehr leisten: Interessenten aus Chemie und Pharma, welche die neuen durchgängigen Möglichkeiten testen wollen, gibt es bereits. ●

* Die Autorin ist Redakteurin bei PROCESS.

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