Stimmungstief Geschäftserwartungen in der Chemie brechen ein

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Die angeschlagene Chemieindustrie sieht kein Ende ihrer Branchenkrise. Zwar sorgt der Iran-Krieg und die Angst vor Lieferengpässen für eine Sonderkonjunktur, doch die könnte bald vorbei sein.

(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die deutsche Chemieindustrie schaut immer negativer in die Zukunft. Die vom Ifo-Institut monatlich abgefragten Geschäftserwartungen sind im Mai auf den tiefsten Wert seit Oktober 2022 abgesackt. Mit minus 42,0 Punkten liegen sie nun noch einmal gut 10 Punkte tiefer als im April. Immerhin die aktuelle Lage schätzten die Unternehmen mit minus 17,5 um gut 8 Punkte besser ein als vor einem Monat.

Hintergrund ist eine im April begonnene Sonderkonjunktur wegen des Iran-Kriegs. Teile der Branche profitierten von höherer Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen infolge gestörter globaler Lieferketten, heißt es vom Ifo. Expertin Anna Wolf schränkt allerdings ein: «Die Unternehmen schätzen die aktuelle Belebung im laufenden Geschäft als vorübergehend ein.»

Atempause durch den Iran-Krieg

Die Chemieindustrie mit einem Umsatz von rund 220 Milliarden Euro 2025 steckt seit Jahren in der Krise: Der drittgrößten deutschen Industriebranche nach dem Auto- und Maschinenbau setzen teure Energie, Wettbewerb mit Asien, die schwache Konjunktur und Überkapazitäten bei Basischemikalien zu.

Der Iran-Krieg hat der Chemieindustrie aber eine Atempause verschafft. Denn die Konkurrenz aus Asien, die die Branche mit niedrigen Preisen unter Druck setzt, ist von dem Konflikt stärker betroffen und mehr von Rohstofflieferungen aus dem Nahen Osten abhängig als europäische Chemieunternehmen. Konzerne wie BASF konnten deutliche Preiserhöhungen durchsetzen. Zudem bescherte die Sorge vor Lieferengpässen heimischen Chemiefirmen eine Sonderkonjunktur, Kunden tätigten Hamsterkäufe.

Trotzdem planten die Unternehmen mit einer geringeren Produktion und einem weiteren Personalabbau, schreibt das Ifo. Auch die Exporterwartungen hätten sich deutlich verschlechtert. „Die vorübergehende Sonderkonjunktur verschafft der Branche kurzfristig Luft, die strukturellen Kernprobleme der Branche bleiben jedoch ungelöst“, so Wolf.

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