Anbieter zum Thema
Auch Ameisensäure ist als Zielmolekül gefragt, da sie bei vergleichsweise milden Reaktionsbedingungen (etwa 30 bar und 25 °C) entsteht. An diesem Projekt arbeiten derzeit Wissenschaftler der Universität Stuttgart, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Firma Plinke. Dabei setzen die Forscher auf katalytische Mikroreaktoren, mit denen pro Quadratmeter Elektrodenfläche schon jetzt 1,5 kg CO2 in der Stunde umgesetzt werden können. Ameisensäure wird in der Textilindustrie benötigt, kann aber auch als Energiespeicher dienen, da sie in Wasserstoff und CO2 zerfällt.
Und auch der Chemieriese BASF hat ein Auge auf das Abgas geworfen. Der Konzern arbeitet nach Forschungen an CO2-basiertem Natriumacrylat im Rahmen des Acer-Projekts an der Herstellung von Polypropylencarbonat (PPC) aus CO2 und Propylenoxid. Um die Markteinführung derartiger Produkte zu erleichtern, haben die Ludwigshafener mit Partnern aus Industrie und Forschung neue Kunststoffrezepturen aus PPC und Polyhydroxybutyrat (PHB) oder Polymilchsäure entwickelt.
Wie grün ist das Verfahren?
Wird die Industrie jetzt klimaneutral? Nicht ganz. Zwar soll die Nutzung von CO2 helfen, Erdöl einzusparen, verzichten kann man aber auf fossile Rohstoffe nicht. Was bleibt da von grüner Industrie, angesichts der geschätzten 70 Millionen Tonnen CO2, die die deutsche Chemie Jahr für Jahr durch die Schornsteine bläst?
Erste Berechnungen der RWTH stimmen optimistisch: Über den gesamten Lebenszyklus verbrauche die Dream Production weniger Energie als petrochemische Verfahren, so die Forscher. Die angestrebten 5000 t/a sind da für sich genommen nicht viel – aber ein weiterer wichtiger Schritt auf einem weiten Weg.
(ID:44100668)