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Da die Kunststoffindustrie alternierende, also langkettige, Kohlenwasserstoffe benötigt, gilt es, die Entstehung cyclischer Verbindungen zu vermeiden. Besonders ZnCl2-Katalysatoren überzeugten mit Selektivität und Wirtschaftlichkeit.
„Forschung muss globale Fragen adressieren und Antworten geben können“, ist sich Prof. Schmachtenberg sicher. Der Wissenschaftler sieht in dem Dream Production-Projekt die Chance, die CO2-Wirtschaft aus dem Teufelskreis von fossilen Rohstoffen und klimaschädlichen Emissionen zu entkoppeln: „Deutschland hat nicht nur die Chance zu zeigen wie die Energiewende funktioniert, sondern auch wie eine Kohlenstoffkreislaufwirtschaft möglich ist!“ Cradle-to-Cradle heißt das „aus Alt mach Neu“-Konzept, einen Rohstoff in einem kontinuierlichen Kreislauf „am Leben“ zu halten.
Die CO2-Story hat erst begonnen
5000 Jahrestonnen Polyol seien nur ein Anfang, heißt es in Leverkusen. Covestro versteht die Anlage als Gelegenheit, Erfahrungen mit der Technologie zu machen. Interessierten Dritten soll das Verfahren im Rahmen einer Lizenz zugänglich gemacht werden (siehe Kasten). Ein gewaltiges Unterfangen, angesichts des globalen Bedarfs von 15 Millionen Tonnen PUR – einem Markt mit durchschnittlich 5 % Wachstum pro Jahr.
Die Jagd geht weiter
Auch anderswo glühen die Reagenzgläser: Im April 2016 gaben das Biotechnologie-Unternehmen Brain und Südzucker bekannt, an der mikrobiologischen Synthese von Carbonsäuren aus CO2 zu arbeiten. Nach ersten Versuchen mit einem zweistufigen Prozess im Labormaßstab soll nun in Phase 2 der strategischen Allianz Zero Carb FP das Verfahren an einer Bioethanol-Anlage erprobt werden. Dabei sollen die aus CO2 entstehenden Zwischenprodukte wie Mono- oder Dicarbonsäuren zur Herstellung von Polymeren und Kunststoffen genutzt werden.
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