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Damit die beiden Stoffe im Rührkessel reagieren, sind Überdruck und hohe Temperaturen nötig, weiß Projektleiter Dr. Carsten Malsch. Immerhin ist CO2 bei Raumtemperatur gasförmig während PO schon bei 34 °C siedet. Ist die Reaktion einmal im Gang, reicht die Bindungsenergie des Propylenoxids für ein Fortlaufen aus, erklärten die Entwickler – es muss keine zusätzliche Wärme zugeführt werden.
Im Mittel kommt so auf drei PO-Moleküle ein Molekül CO2 – ein Gewichtsanteil von etwa 20 %. Das Polyol wird anschließend mit Isocyanat zur Schaumstoff-Herstellung verwendet. Dabei gilt die Regel: Langkettige Polyole ergeben weichere Poylurethane.
Gut zu wissen, da sich das neu entwickelte Molekül zwar problemlos zur PUR-Produktion eignet, aber gegenüber petrochemischen Rohstoffen steifere Schäume ergibt. Da etwa zwei Drittel eines PURs aus Polyolen besteht, enthält der fertige Kunststoff rund 10 % CO2.
CO2 basiertes Polyol
Vom Abgas zum Kunststoff: Der Heilige Gral der Chemie
„40 Jahre hat die Suche nach einem geeigneten Katalysator gedauert. Dass wir ihn gefunden haben liegt vor allem an der Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen“, erinnert sich Dr. Malsch. Im CAT Catalytic Center – einer gemeinsam mit der RWTH betriebenen Forschungseinrichtung – ließen die Entwickler die Köpfe rauchen.
Auch Rektor Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg erinnert sich an die Herkulesaufgabe: „Kohlendioxid in effizienter Weise chemisch zu nutzen, ist eine wissenschaftliche Herausforderung. Im Zusammenspiel von anwendungsnaher Grundlagenforschung und forschungsbasierter Industrie ist uns ein Durchbruch gelungen.“
Forschung an Übergangsmetallen brachte den Durchbruch
Dabei wurden Katalysatoren auf Basis von Übergangsmetallen wie Cobalt, Zink, Chrom oder Aluminium auf ihre Eignung für die Polymerisation mit CO2 geprüft... doch am Ende konnte es nur einem geben.
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