Energieverbrauch gesenkt Brauerei spart mit Kesseltechnik von Bosch 36.000 Euro im Jahr

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Um die Dampferzeugung an moderne Standards anzupassen und Energie zu sparen, hat die Brauerei Wildbräu Gräfing nach einer energieeffizienteren Kesseltechnik gesucht. Fündig wurde die Brauerei bei Bosch Industriekessel. Mit einem Economiser, einem Dualbrenner und einer elektronischen Verbundregelung konnten die Braumeister den Energieverbrauch in ihren Anlagen um rund 90 MWh pro Jahr senken. Das machte sich auch in den Betriebskosten bemerkbar: Diese fielen um 36.000 Euro.

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Der modernisierte Dampfkessel bei der Brauerei Wildbräu mit der sauerstoff- und drehzahlgeregelten Feuerung. Der nachgerüstete Economiser nutzt effizient die Energie aus den heißen Kesselabgasen.
Der modernisierte Dampfkessel bei der Brauerei Wildbräu mit der sauerstoff- und drehzahlgeregelten Feuerung. Der nachgerüstete Economiser nutzt effizient die Energie aus den heißen Kesselabgasen.
(Bild: Christiane Huber Christiane / Bosch)

Gunzenhausen – Bereits seit 1978 nutzte die Brauerei Wildbräu Grafing den Dampfkessel UL der Marke Loos (heute Bosch) für die Prozessdampfversorgung, der vier Tonnen Dampf in jeder Stunde erzeugt. Für die effiziente Nutzung der bis zu 230°C heißen Abgase hat das Unternehmen aber erst jetzt eine Lösung gefunden: der Economiser von Bosch Industriekessel. Mit diesem Economiser wird das Kesselspeisewasser vorgewärmt, wodurch die Abgastemperatur um rund 100°C sinkt. Der Kesselwirkungsgrad erhöht sich durch die Reduzierung der Abgasverluste um etwa fünf Prozent. Analog verringert sich der Brennstoffverbrauch bei Volllast.

Der Austausch des vorhandenen Leichtölbrenners gegen einen modernen Dualbrenner führte zu einer weiteren Effizienzsteigerung. Als Hauptbrennstoff verwendet die Brauerei Erdgas, lediglich im Spitzenlastbetrieb oder in Notfällen erfolgt die Umschaltung auf leichtes Heizöl. Für die richtige Dosierung des Brennstoff-/Luftverhältnisses sorgt nun eine elektronische Verbundregelung.

Im Vergleich zur mechanischen Verbundregelung des alten Brenners wird so eine präzisere Einstellung in der Luftzufuhr erzielt und der Brennstoffverbrauch entsprechend vermindert. Zusätzlich ermöglicht die neue Feuerung eine vollständig stufenlose Betriebsweise. Kombiniert mit einem hohen Regelverhältnis werden die mit Energieverlusten einhergehenden Brennerzuschaltungen und -abschaltungen reduziert.

Durch den Einsatz einer Drehzahlregelung lässt sich die Drehzahl des Gebläsemotors in Abhängigkeit der Brennerleistung einstellen. Die elektrische Leistungsaufnahme im Teillastbereich ist so geringer bei gleichzeitiger Minderung des Schalldruckpegels. Auch der Sauerstoffgehalt im Abgas wird kontinuierlich erfasst. Ist dieser zu hoch und damit die Verbrennung ineffektiv, wird die Verbrennungsluftmenge vermindert. Damit optimiert die Sauerstoffregelung den Wirkungsgrad der Feuerungsanlage, reduziert die Umweltbelastung und hilft Energiekosten zu sparen. Insgesamt konnte die CO2-Emission um 21 t pro Jahr gesenkt werden. Die Kapitalrendite der kompletten Investition lag bei 40 %.

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