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Neben präzisem Planen und exaktem Kalkulieren sind auch Flexibilität und entschlossenes Reagieren wesentliche Eigenschaften eines erfolgreichen Projektprofis. Wenn Millionen auf dem Spiel stehen, ist für Unentschiedenheit kein Platz. Keine Ausnahmen, und zwar für niemanden, gibt es beim Thema Sicherheit: Sicherheitsausrüstung, Gaswarner und mehrstündige Schulungen sind selbstverständlich. Mit unangekündigten Kontrollen und Prüfungen wird freundlich, aber bestimmt auf die Risiken und Gefahren hingewiesen. Mit ihren brennbaren, reizenden und gesundheitsschädlichen Produkten und Materialien ist eine Raffinerie eben keine Anlage wie jede andere.
Nicht nur auf der Baustelle gilt das Prinzip Zero Tolerance – auch das Projektmanagement lässt keinen Spielraum für Fehler. Für Bilfinger steht ein Auftrag mit 30 Millionen Euro Wert auf dem Spiel – für Q8 und Rotterdam aber die Zukunft eines Standorts. „Die Pläne für zukünftige Entwicklungen liegen fertig in der Schublade. Wenn der Turnaround in die Hose geht, werden einige Investitionen nicht stattfinden“, erklärt Gross. Bis heute verfügt die in den 1980ern gebaute Raffinerie nicht über einen Hydrocracker – dabei gilt dieser Verfahrensschritt in der Petrochemie als „State of the art“. Will ein Raffineriebetreiber langfristig erfolgreich sein, ist eine derartige Anlage beinahe Pflicht. Und in Rotterdam? „Der Plan ist fertig – der Bauplatz schon ausgewiesen, aber kommen wird der Cracker nur, wenn wir hier Erfolg haben.“ Nicht nur im Motorsport werden Rennen eben auch in der Boxengasse entschieden.
* Der Autor ist Redakteur bei PROCESS. E-Mail-Kontakt: dominik.stephan@vogel.de
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