Solide Geschäftsentwicklung Boehringer Ingelheim meldet wichtige Fortschritte bei F&E im ersten Halbjahr 2021

Redakteur: Alexander Stark

Trotz andauernder Auswirkungen durch Covid-19 verbucht das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim im ersten Halbjahr 2021 eine positive Geschäftsentwicklung. Dem Unternehmen zufolge wurden vor allem bei der Behandlung einer der am schwersten zu behandelnden Formen der Herzinsuffizienz wegweisende Ergebnisse gemacht.

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Die Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline von Boehringer Ingelheim im Bereich Humanpharma umfasst über 60 neue Wirkstoffe sowie rund 100 klinische und präklinische Projekte.
Die Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline von Boehringer Ingelheim im Bereich Humanpharma umfasst über 60 neue Wirkstoffe sowie rund 100 klinische und präklinische Projekte.
(Bild: Peter Ginter)

Ingelheim – In der ersten Jahreshälfte 2021 hat Boehringer Ingelheim nach eigenen Angaben mehr Menschen und Tiere weltweit mit innovativen Medikamenten versorgt als je zuvor. Das Unternehmen konzentriert sich bei seinen Forschungs- und Entwicklungsbemühungen vor allem auf Krankheiten mit hohem ungedecktem Bedarf. Die Pipeline von Humanpharma umfasst über 60 neue Wirkstoffe sowie rund 100 klinische und präklinische Projekte. Mit dieser Pipeline besteht dem Unternehmen zufolge das Potenzial, bis 2025 die Zulassung für bis zu 15 Medikamente zu beantragen.

Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2020 setzt das Unternehmen seinen positiven Trend auch in der ersten Jahreshälfte 2021 fort. In den ersten sechs Monaten erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse von 9,8 Milliarden Euro, eine Steigerung um 5,8 Prozent (gegenüber dem Vorjahr und währungsbereinigt). Alle drei Geschäftsbereiche (Humanpharma, Tiergesundheit, Biopharmazeutische Auftragsproduktion) trugen zu diesem Umsatzwachstum bei.

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Im Bereich Humanpharma erreichte Boehringer Ingelheim im ersten Halbjahr einen Umsatz von 7,1 Milliarden Euro und damit das gleiche hohe Niveau wie im Vorjahr. Bereinigt um Währungseffekte stiegen die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent. Wachstumstreiber bei Humanpharma sind weiterhin der SGLT-2-Hemmer Jardiance und das Atemwegsmedikament Ofev.

Im Juli berichtete Boehringer Ingelheim über wegweisende Ergebnisse bei der Behandlung von Herzinsuffizienz mit Empagliflozin (das unter dem Namen Jardiance auf dem Markt ist). Über 60 Millionen Patienten weltweit sind von dieser Krankheit betroffen und etwa die Hälfte von ihnen leidet an einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF). Bei einer Zulassung wäre Empagliflozin von Boehringer Ingelheim die erste und einzige klinisch geprüfte Therapie, um die Resultate von Patienten über das gesamte Spektrum der Herzinsuffizienz, unabhängig von der Ejektionsfraktion, zu verbessern. Im Juni hat die Europäische Kommission Jardiance zur Behandlung von Erwachsenen mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) zugelassen.

Fortschritt in der Pipeline für psychische Gesundheit

Auch im Bereich der neuropsychiatrischen Störungen hat das Pharmaunternehmen Fortschritte gemacht, darunter zwei laufende Phase-II-Studien. Ende Mai gab Boehringer Ingelheim bekannt, dass die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA für BI 425809 die sogenannte Breakthrough Therapy Designation (BTD) ausgesprochen hat. BI 425809 ist ein wichtiger Bestandteil des Forschungsprogramms für psychische Gesundheit des Unternehmens, mit dem kognitive Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Schizophrenie (CIAS) behandelt werden. Der Konzern gab auch den geplanten Beginn der innovativen klinischen Connex-Phase-III-Studie bekannt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von BI 425809 zu beurteilen, einem neuen Glycin-Transporter-Typ 1-Hemmer (GlyT1), der die Wahrnehmung bei Erwachsenen mit Schizophrenie verbessert.

Das Unternehmen hat die eigenen Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten und medizinische Pipeline durch weitere Partnerschaften ergänzt, unter anderem in den Bereichen Quantencomputer und Datenwissenschaft. Im Juni wurde Boehringer Ingelheim Gründungsmitglied des Quantum Technology and Application Consortium (Qutac), in dem sich zehn führende deutsche Unternehmen zusammengeschlossen haben, um industrielle Anwendungen für Quantencomputer zu untersuchen. Quantencomputer bergen ein enormes Potenzial für die Pharmaforschung und -entwicklung, insbesondere bei frühen Forschungsprozessen.

Der Hersteller engagiert sich auch weiterhin bei der Suche nach potenziellen Therapeutika gegen das SARS-CoV-2-Virus. Im Juli gab das Unternehmen bekannt, dass es seine Forschung bei Covid-19-Therapien auf die Entwicklung von Alteplase als Behandlungsmöglichkeit für Covid-19-Patienten mit schweren Atemproblemen ausrichtet, die man auch als Akutes Lungenversagen (ARDS) bezeichnet. Das Entwicklungsprogram des SARS-CoV-2-neutralisierenden Antikörpers BI 767551 wird dagegen eingestellt. Die sich weiter verändernde Pandemielage erschwere eine Weiterführung der klinischen Entwicklung und der Antikörper könnte Patienten nicht in einem Zeitrahmen zur Verfügung gestellt werden, in dem er noch einen Beitrag zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie leisten könnte, so das Unternehmen.

Tiergesundheit mit guten Ergebnissen im Haus- und Nutztiersegment

Boehringer Ingelheim hat eine volle Pipeline mit Forschungs- und Entwicklungs-Projekten für die Entwicklung von Lösungen für die Gesundheit von Haus- und Nutztieren. Ein Beispiel ist die klinische Studie für Velagliflozin, einem SGLT2-Hemmer mit Potenzial für die Behandlung von Diabetes bei Katzen. Velagliflozin wurde zunächst für die Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Menschen entwickelt, da es den Blutzucker senkt, und bietet nun die Chance, auch in der Tiergesundheit eingesetzt zu werden. Als Ergänzung des eigenen Forschungs- und Entwicklungs-Portfolios ist Boehringer Ingelheim vielversprechende neue Partnerschaften im Bereich Tiergesundheit eingegangen. Dazu gehörten im ersten Halbjahr 2021 eine Partnerschaft mit Petmedix zur Entwicklung von neuen und transformativen Antikörpertherapeutika für Haustiere sowie mit Lifebit Biotech für die Entdeckung und frühe Meldung von weltweiten Ausbrüchen von Infektionskrankheiten mittels Künstlicher Intelligenz.

Im ersten Halbjahr 2021 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim im Geschäftsbereich Tiergesundheit hohe Umsatzerlöse von rund 2,3 Milliarden Euro. Währungsbereinigt stieg der Umsatz auf diesem wettbewerbsintensiven Markt damit im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent.

Einweihung des neuen Produktionsstandorts in Wien im Oktober

Der Umsatz im Bereich biopharmazeutischer Auftragsproduktion Umsatz stieg um 1,1 Prozent (gegenüber dem Vorjahr und währungsbereinigt) auf 322 Millionen Euro. Das Unternehmen baut daher seine biopharmazeutischen Produktionskapazitäten weiter aus, um der wachsenden Nachfrage zu begegnen. Das Unternehmen wird im Oktober seine Zellkultur-Großanlage (LSCC) im österreichischen Wien einweihen, zu der bis zu 150.000 Liter an Fertigungskapazitäten für Produkte von Boehringer Ingelheim und Auftragsproduktionen gehören.

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