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Bioökonomie in Zahlen Biobasierte Industrien: ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor

Redakteur: MA Alexander Stark

Aus einem aktualisierten Bericht über den Stand der Bioökonomie geht hervor, dass die biobasierten Industrien im Jahr 2017 einen Beitrag von 750 Milliarden Euro zur europäischen Wirtschaftsleistung beigetragen haben. Der vom Bio-based Industries Consortium in Auftrag gegebene Bericht des Nova-Instituts zeigt außerdem, dass die Branche in den 28 EU-Ländern 3,6 Millionen Menschen beschäftigt.

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Die primäre Biomasseproduktion, vor allem Landwirtschaft sowie Forstwirtschaft und Fischerei, schafft viele Arbeitsplätze, meist aber nur einen geringen Umsatz.
Die primäre Biomasseproduktion, vor allem Landwirtschaft sowie Forstwirtschaft und Fischerei, schafft viele Arbeitsplätze, meist aber nur einen geringen Umsatz.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Hürth – Die oft unterschätzten bio-basierten Industrien setzen ihren Aufstieg fort und leisten 2017 einen Gesamtbeitrag von 750 Milliarden Euro zur europäischen Wirtschaft, ein bemerkenswerter Anstieg um 50 Milliarden Euro (+>7 %) gegenüber 2016. Der vom Bio-based Industries Consortium (BIC) in Auftrag gegebene Bericht des Nova-Instituts weist auch darauf hin, dass die bio-basierten Industrien 3,6 Millionen Menschen in der EU-28 beschäftigen. Allein die Zahlen für die bio-basierte chemische Industrie (einschließlich der Kunststoffindustrie) weisen einen Umsatz von 60 Milliarden Euro und einen Anstieg des bio-basierten Anteils auf 15 % gegenüber 7,5 % im Jahr 2008 auf.

Die Analyse der Eurostat-Daten für das Jahr 2017 zeigt, dass der Umsatz der gesamten Bioökonomie, einschließlich Nahrungsmittel und Getränke und der primären Sektoren Land- und Forstwirtschaft, in der EU-28 etwas mehr als 2,4 Billionen Euro ausmacht, was einen Anstieg um 25 % seit 2008 bedeutet. Etwa die Hälfte des Umsatzes entfällt auf den Nahrungsmittel- und Getränkesektor, etwa 30 % auf die bio-basierten Industrien, wie z.B. bio-basierte Chemikalien und Kunststoffe, Pharmazeutika, Papier und Papierprodukte, forstbasierte Industrien, Textilien, Biokraftstoffe und Bioenergie. Die restlichen 20 % werden von den primären Sektoren – Land- und Forstwirtschaft – erzeugt.

Die Bioökonomie kann vor allem von ihrem grünen Image profitieren.
Die Bioökonomie kann vor allem von ihrem grünen Image profitieren.
(Bild: Nova-Institut)

Die Daten für 2017 zeigen zudem, dass die Bioökonomie insgesamt 18,5 Millionen Menschen beschäftigt, was einen leichten Rückgang gegenüber den 18,6 Millionen Menschen im Jahr 2016 zeigt – hauptsächlich durch Effizienzsteigerungen in der Produktion.

Die primäre Biomasseproduktion, vor allem Landwirtschaft sowie Forstwirtschaft und Fischerei, schafft viele Arbeitsplätze (55 %), aber nur einen geringen Umsatz (20 %). Darüber hinaus zeigen die Daten große Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten: z.B. sind einige mittel- und osteuropäische Länder wie Bulgarien, Polen und Rumänien stärker in weniger wertschöpfenden Sektoren der bio-basierten Wirtschaft vertreten, die stattdessen viele Arbeitsplätze schaffen. Im Gegensatz dazu erwirtschaften west- und nordeuropäische Länder im Vergleich zur Beschäftigung einen erheblich höheren Umsatz. Die Länder mit der größten relativen Differenz zwischen Umsatz und Beschäftigung im Jahr 2017 sind Frankreich, Finnland und Belgien, wobei Schweden, Italien und Deutschland ebenfalls einen großen Umsatzüberschuss aufweisen.

Der vom Bio-based Industries Consortium (BIC) in Auftrag gegebene Marktbericht des Nova-Instituts, der 2016 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, zeigte damals erstmalig die makroökonomischen Effekte der Bioökonomie, z. B. Umsatz und Beschäftigung für die Jahre 2008 und 2013. Seither wird der Bericht jährlich aktualisiert. Die neueste Version deckt den gesamten Zeitraum von 2008 bis 2017 ab.

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