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Abwasserpumpen Bei Abwasserpumpen hat Funktionalität Priorität

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Wolfgang Ernhofer

Die energieautarke Kläranlage ist keine Vision, sondern bereits realisierte Praxis: Die Faulgasverwertung in einem Blockheizkraftwerk liefert Wärmeenergie und elektrischen Strom. Hinzu kommen Energieträger wie die Photovoltaik, die Solarthermie und die Nutzung der im Abwasser mitgeführten thermischen Strömungsenergie. Standfeste und energiesparend zu betreibende Abwasserpumpen sind Teil der Lösung.

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Pumpen für die Abwasserbehandlung müssen kavitations- und verschleißbeständig sein, weil sie meist kontinuierlich in Betrieb sind. Trotzdem muss die Energieeffizienz der eingesetzten Pumpen stimmen, vor allem um Umwelt und Geldbeutel zu schonen.
Pumpen für die Abwasserbehandlung müssen kavitations- und verschleißbeständig sein, weil sie meist kontinuierlich in Betrieb sind. Trotzdem muss die Energieeffizienz der eingesetzten Pumpen stimmen, vor allem um Umwelt und Geldbeutel zu schonen.
(Bild: KSB/Fotolia, [M] Sahlmüller)

Deutschland ist in Europa laut einer Studie des Beratungsunternehmens ecoprog vom Oktober 2011 der größte Markt für die industrielle Abwasserbehandlung. Hier gibt es knapp 3000 Behandlungsanlagen1 für fast 12 000 einleitende Betriebe. Die gute Nachricht für Anlagenplaner, Anlagenbauer und Zulieferer: Die Berater gehen von hohen Investitionen in die Abwasserbehandlung aus – zum einen aufgrund der Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie, zum anderen aufgrund des Kostendrucks in Folge steigender Energiekosten.

Wer genau hinschaut, identifiziert recht schnell die Stromfresser. Die Belüftung erfordert in der Regel den mit Abstand größten Energieaufwand von allen Verfahrensschritten einer Abwasserbehandlung. Weitere Verbraucher mit hohem Stromverbrauch sind die kontinuierlich laufenden Pumpen (Zulauf, Zwischenhebewerke, Rückführung des Rücklaufschlamms, interne Kreislaufführung, Faulschlammumwälzung im Faulturm). Als drittgrößte Verbrauchergruppe gelten in der Regel die kontinuierlich laufenden Rührwerke.

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Bei der Wahl der Abwasserpumpen gilt: Über die Gesamtwirtschaftlichkeit entscheiden neben der Nutzung der eingesetzten Energie vor allem auch die Standzeit und die Verfügbarkeit (geringer Verschleiß, niedrige Instandsetzungskosten).

Industrieabwässer erfordern verschleißfeste Werkstoffe

Wer als Planer oder Betreiber für die Auswahl einer Abwasserpumpe verantwortlich zeichnet, wird – wenn diese Aufgabe nicht gerade tägliches Brot ist – zunächst einmal zur einschlägigen Literatur greifen: Neben den Dokumentationen der Pumpen-Hersteller zählen dazu vor allem die entsprechenden ATV-Merkblätter, Kommentare, Themen und Arbeitsberichte. Hier finden sich wesentliche Parameter, die bei der Pumpenauswahl zu beachten sind.

Wichtig ist es auch, die großen Trends zu beachten. In der Industrie sinkt der spezifische Wassereinsatz (und damit das Abwasservolumen) seit Jahren. Das Abwasser liegt zunehmend aufkonzentrierter vor – und erfordert verstärkt korrosions- und abrasionsfeste Werkstoffe.

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