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Automatisierungsspezialist Turck verkündet Bestmarken und drängt nach Veränderungen

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Wie man durch die Kombination von intelligenten I/O-Modulen, Sensordaten und Applikationskompetenz Wissen und Lösungsansätze für Retrofit-Anlagen nutzen kann, verdeutlicht Sai Seidel-Sridhavan, Turck-Produktmarketing-Manager, am Beispiel einer Schwenkantriebsüberwachung einer älteren Prozessanlage. Überwacht wird dort eine Ventilklappe am Schwenkantrieb mit Auf/Zu-Position. Für die Rohdatenüberwachung wird die Zeit zwischen Trigger und Signal aufgenommen. Durch die Kombination von Zeitdaten und Ventilposition, die im TBEN-Modul über FCL-Funktion ausgewertet werden, ergeben sich jetzt neue Informationen über die jeweilige Applikation. Ein Beispiel, das Schule machen soll.

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RFID-Kompetenz weiter ausgebaut

Verstärkte Lösungskompetenz im Software-, System- und Dienstleistungsgeschäft, verspricht man sich bei Turck bereits von der Mehrheitsübernahme des finnischen RFID- Lösungspartners Vilant Systems OY. Das 15 Jahre alte Unternehmen aus Helsinki firmiert ab Januar 2018 unter dem Namen Turck Vilant Systems und hat sich bereits als Turn-Key-Anbieter im RFID-Markt etabliert. Mit mehr als 50 Ingenieuren haben die Finnen inzwischen über 1000 installierte Projekte in 35 Ländern umgesetzt – vor allem in Logistikanwendungen, darunter auch in Supply-Chain-Projekten bei Chemieunternehmen wie Yara oder Perstorp. Fokusbranchen für derartige Systeme, die typischerweise eine ROI-Zeitspanne von 6 bis 12 Monate aufweisen, sind neben Supply-Chain-Anwendungen Asset Tracking in unterschiedlichen Branchen, Zugteile und Waggons oder die Papierbranche mit Zellstoff-Tracking etwa bei der Chargen-Verladung auf Schiffen.

Turck als Gründungsmitglied des FERA-Vereins

Ungewöhnliche Wege gehen die Automatisierungsspezialisten von Turck auch als Gründungsmitglied des Forschungs- und Entwicklungsvereins für Robotik und Automationslösungen, kurz FERA. Um Markttrends in Lösungskonzepte zu überführen, dabei aber nicht mehr alles aus einer Hand liefern zu müssen, und die Abstimmung in Projekten mit steigender Anzahl an Projektpartnern zu verkürzen, will man gemeinsam mit anderen Unternehmen wie CSB, Mettler Toledo, GEA, Lenze sowie dem Etikettiermaschinenhersteller SES innovative Automatisierungslösungen erarbeiten und in den Anwenderbranchen implementieren. Mit Hilfe des Kollaborations-Gedanken möchte man nicht zuletzt frühzeitiger von Ausschreibungen erfahren und die eigenen Projektchancen erhöhen. Und welche Vorteile bringt das für die Kunden? Die Vereins-Verantwortlichen sehen da vor allem den Zugriff auf Spezialisten- und Marktführer-Know-how in der gesamten Wertschöpfungskette, die Realisierung innovativer Anlagen auf Basis aktueller Markttrends, die Platzierung von Innovationen in bestehenden Brownfield-Anlagen und nicht zuletzt eine professionelle Projektabwicklung durch Generalunternehmer. Weitere Ziele des Vereins sind neben der gemeinsamen Projektabwicklung, Forschungsaufträge an wissenschaftliche Institute zu vergeben ,technisch-wissenschaftliche Veranstaltungen auszurichten und daran teilzunehmen oder auch Hochschulpreise bzw. Stipendien zu vergeben. Ob der Zusammenschluss der derzeit sechs Firmen als Wettbewerb zu Verpackungsunternehmen zu sehen ist? Dr. Oliver Marz, Vertreter des FERA-Vereins und Mitarbeiter von CSB sieht das gelassen: „Es wird weiter dem Endkunden überlassen bleiben, selbst zu entscheiden, mit wem er zusammenarbeiten will.“

Ausblick: Wie wird 2018?

Angesichts der guten Kundengespräche und der ökonomischen Rahmenbedingungen hält die Goldgräberstimmung bei Turck weiter an. Dem Jahr 2018 sieht man im Turck-Management jedenfalls optimistisch entgegen. Die Ökonomie gebe jedenfalls keinen Anlass zur Sorge, gibt Geschäftsführer Wolf zu Protokoll, auch wenn angesichts der zahlreichen weltpolitischen Krisen natürlich ein großes Fragezeichen bleibe. Diese Rahmenbedingungen sollen dem Unternehmen 2018 dann zu einem Wachstum von 7% plus X auf eine erneute Bestmarke von 640 Mio. konsolidiertem Jahresumsatz verhelfen. Das kommende Jahr wird auch in einer anderen Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr in der Turck’schen Unternehmensgeschichte. Mit Ulrich Turck verabschiedet sich kommenden Februar das letzte Familienmitglied aus der operativen Führung des Unternehmens in den Ruhestand. Kein Zweifel: Beim Mittelständler Turck bricht eine neue Ära an.

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