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Energieeffizienz

Automation als Hebel für den Klimaschutz

| Redakteur: Alexander Stark

Technologischer Fortschritt ist ein wichtiger Hebel für mehr Klimaschutz. Besonders Innovationen aus der Automation ermöglichen es, effizient, ressourcenschonend und CO2-minimiert zu produzieren. Mit Blick auf das Jahr 2020 erwartet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) weitere wichtige Impulse für mehr Effizienz von der Erprobung des 5G-Netzes.

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„Technologischer Fortschritt ist ein wichtiger Hebel für mehr Klimaschutz“, sagt Jan Mrosik, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation.
„Technologischer Fortschritt ist ein wichtiger Hebel für mehr Klimaschutz“, sagt Jan Mrosik, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation.
(Bild: Siemens)

Frankfurt am Main – Das Klimaziel, den CO2-Ausstoß bis 2050 gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 um 80 %, bei höheren Anstrengungen sogar bis 95 % zu reduzieren, lässt sich nach Überzeugung des ZVEI erreichen. Diese Auffassung sieht der Zentralverband durch die vom BDI veröffentlichte Klimapfade-Studie bestätigt, an der sich der Verband beteiligt hat. Dr. Jan Mrosik; Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation, betont, dass die Elektroindustrie hierzu einen wichtigen Beitrag leistet. Er beschreibt die Industrie als eine Energieeffizienzbranche. Ihre Produkte und Lösungen würden wichtige Impulse geben, die Stromproduktivität weiter zu verbessern, in der Industrie selbst, aber auch in den wichtigen Sektoren Energie, Mobilität und Gebäude.

Ein Beispiel für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ist das Digitale Typenschild, das der Zentralverband auf der SPS 2019 erstmals vorstellt. Als Teilmodell der Industrie 4.0-Verwaltungsschale (AAS) bietet es zahlreiche Vorteile. Nicht nur spezifische Geräteinformationen können digital, mehrsprachig und stets aktuell abgerufen werden, sondern perspektivisch auch die ganzer Maschinen. Die althergebrachte papierbegleitende Dokumentation entfällt somit und entlastet die Umwelt, so Gunther Koschnick, Geschäftsführer des Fachverbands Automation.

Fachbuch „Industrie 4.0“

Das Fachbuch „Industrie 4.0: Potenziale erkennen und umsetzen" bietet Professionals einen umfassenden und praxisorientierten Einblick in die Digitalisierung von Fertigung und Produktion. Das Buch „Industrie 4.0“ kann hier versandkostenfrei oder als eBook bestellt werden.

Auch das vom ZVEI begleitete Forschungsprojekt DC-Industrie weist hohe Einsparpotenziale nach, im Durchschnitt bis zu 10 %. Ein gleichstrombasiertes Smart Grid in der industriellen Produktion ist laut Koschnick deutlich energieeffizienter als eine wechselstrombasierte Energieversorgung. „Darüber hinaus biete es mehr Energieflexibilität und eine über das einzelne Produkt hinausgehende systemische Betrachtung. Der Branchenverband arbeitet deshalb in dem Nachfolgeprojekt DC2 mit Partnern daran, die Gleichstromversorgung in einer gesamten Produktionshalle zu erforschen.

Industrie 4.0 mit 5G

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Mobilfunkauktion und der Bekanntgabe der Vergabebedingungen durch die Bundesnetzagentur folgt als Nächstes die Zeit des Erprobens von 5G. 2020 wird dem Fachverbandsgeschäftsführer zufolge zum Test-Jahr und den Nachweis erbringen, dass lokale 5G-Campusnetze zu Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen führen. In Verbindung mit Industrie 4.0-Anwendungen könne hieraus ein neuer Exportschlager entstehen. In der Arbeitsgemeinschaft 5G-ACIA arbeiten mittlerweile 56 international tätige Unternehmen zusammen, damit 5G von Beginn an weltweit industriefähig gestaltet wird.

Konjunkturelles Umfeld ist schwierig

Nach den ersten neun Monaten 2019 beträgt der in Deutschland gemeldete Umsatz der Automation 38,7 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 5,0 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und der erste Rückgang nach fünf Jahren ununterbrochenem Wachstum.

Leicht positiv gestaltet sich dagegen der Umsatz weltweit. Hier erwartet die Branche für dieses Jahr ein Wachstum im kleinen einstelligen Bereich. Auch das nächste Jahr dürfte allenfalls auf diesem Niveau liegen. „Die aktuelle konjunkturelle Lage ist durch politische und handelspolitische Unsicherheiten geprägt“, erklärt Dr. Mrosik. Die langfristigen Entwicklungstrends, insbesondere die Anforderungen an einen wirkungsvollen Klimaschutz und die voranschreitende Digitalisierung, wären für die Automation nach wie vor intakt, so Mrosik.

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