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Aus der Praxis: Temperaturwerte kabellos übertragen

| Redakteur: Jörg Kempf

In vielen Anlagen gibt es Bereiche, die weit abgelegen, schwer erreichbar, konstruktiv für Messungen ungeeignet oder nicht zu vertretbaren Kosten mit verkabelten Messeinrichtungen ausgestattet werden können. Hier hilft die Einrichtung eines kabellosen, IEC-zugelassenen WirelessHart-Anlagennetzwerks, um Prozess- und Diagnosedaten zu übertragen – z.B. Temperaturwerte, wie im Folgenden an Praxisbeispielen gezeigt wird.

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Temperaturmessumformer Modell 648 von Rosemount (Bild: Emerson Process Management)
Temperaturmessumformer Modell 648 von Rosemount (Bild: Emerson Process Management)

Stellen Sie sich vor, Sie fahren ein Auto ohne Rückspiegel. Sie können so gut wie nichts erkennen, was neben oder hinter Ihnen geschieht. Technisch möglich, sicher. Aber empfehlenswert? Auf ähnliche Art kann die richtige kabellose Lösung „blinde Flecken“ in einer Anlage, d.h. Bereiche, die mit Kabeln technisch oder wirtschaftlich nicht erreichbar waren, verkleinern, wenn nicht vollständig eliminieren. Auch wenn diese Bereiche nicht kritisch für die Produktion sind, so spielen sie doch oft eine wichtige Rolle für die Leistung und Sicherheit der Anlage.

Mithilfe der selbst organisierenden Smart Wireless Mesh-Technologie von Emerson verschwinden diese „blinden Flecken“. Jeder Messpunkt besitzt einen Kommunikationspfad über zwei oder drei Wege, denn jedes Feldgerät im Netzwerk arbeitet auch als Router für andere, nahe gelegene Geräte. So entstehen redundante Kommunikationspfade mit einer höheren Zuverlässigkeit als bei einer direkten Kommunikation zwischen Sender und Empfänger.

Blockiert ein Hindernis den Übertragungspfad zum Gateway, wird die Übertragung automatisch umgeleitet, bis ein freier Weg gefunden ist. Sollten sich die Verhältnisse in der Anlage ändern oder Gerüste, neue Prozessausrüstung oder ein geparkter Lkw den Kommunikationspfad versperren, organisiert sich das kabellose Netz um und findet neue Wege, um die Meldungen ans Ziel zu bringen. Bei Bedarf werden Nachrichten erneut gesendet, bis sie das Smart Wireless Gateway erreichen, welches die einlaufenden Nachrichten bündelt und über Kabel an ihr Ziel weiterleitet.

WirelessHart optimiert die Zuverlässigkeit der Datenübertragung und minimiert gleichzeitig den Energieverbrauch. Ebenfalls reduziert sind Aufwand und Infrastruktur für den Aufbau eines kabellosen Netzes, denn ein Gateway kann bis zu 100 kabellose Feldgeräte bedienen. Neue Geräte werden im Normalfall innerhalb von Minuten in ein Netzwerk eingebunden. Einige Anwendungen aus dem Bereich der Temperaturmessungen sollen dies verdeutlichen.

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