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Zeitdruck und Arbeitsintensität Angst vor Burn-Out in Kunststoffindustrie weit verbreitet

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Psychische Probleme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln sich zu einem der größten Probleme für die Personalverantwortlichen in der Kunststoffverarbeitenden Industrie in Deutschland. Diese erschreckende Erkenntnis hat die aktuelle Studie „Arbeitsmarkt und berufliche Herausforderungen 2016-2020 in der deutschen Kunststoffverarbeitenden Industrie“ der BWA Akademie zutage gefördert. Für den Report wurden 100 Personalentscheider aus dieser Branche befragt.

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Burn-out wird laut dem Report der BWA Akademie zu einer der größten Herausforderungen für Unternehmen in der Kunststoffindustrie.
Burn-out wird laut dem Report der BWA Akademie zu einer der größten Herausforderungen für Unternehmen in der Kunststoffindustrie.
(Bild: photo 5000)

Bonn – Laut Umfrage gehen über 90 % der Personalverantwortlichen in der Kunststoffverarbeitenden Industrie davon aus, dass psychisch bedingte Krankheiten bei Arbeitnehmern in ihren Firmen im letzten Jahr zugenommen haben. Der Kampf gegen Burn-out und andere psychische Erkrankungen wird eine der größten Herausforderungen der Branche in den nächsten Jahren werden, sind sich über ein Drittel der Personalentscheider sicher. Weitere 58 % sehen darin zumindest ein ernsthaftes Problem.

Immerhin 70 % der kunststoffverarbeitenden Unternehmen hat zumindest teilweise die Notwendigkeit erkannt, Maßnahmen gegen Burn-out & Co. zu ergreifen. Dies geht konform mit den Erkenntnissen der UNO-Weltgesundheitsorganisation WHO, die beruflichen Stress zu den „größten Gefahren des 21. Jahrhunderts“ zählt. „Es ist gut, dass die Kunststoffverarbeitende Industrie in weiten Teilen die Herausforderungen durch Burn-out & Co. erkannt hat und offenbar mit externer Hilfe angehen will“, lobt BWA-Geschäftsführer und Personalexperte Harald Müller.

Der Handlungsdruck ist laut BWA-Report erheblich: Beinahe drei Viertel (74 %) der von der BWA-Akademie befragten Personalentscheider aus der Kunststoffverarbeitenden Industrie schätzen, dass ihrer Branche jährlich ein Schaden von über 100 Millionen Euro durch psychisch bedingte Belastungen und Krankheit ihrer Arbeitnehmer entsteht. 42 % beziffern die Schadenssumme sogar auf eine halbe bis eine Milliarde Euro pro Jahr.

Zeitdruck und hohe Arbeitsintensität sind Hauptursachen

Als die wesentlichen Ursachen für die Zunahme der psychischen Belastungen hat die BWA-Studie zutage gefördert: Zeitdruck (75 %), hohe Arbeitsintensität (58 %), häufige Störungen und Unterbrechungen (50 %), Mobbing durch Vorgesetzte und Kollegen (42 Prozent) und die Arbeit in Großraumbüros (42 %). 42 % der von der BWA Akademie befragten Personalentscheider vertreten zudem die Auffassung, dass die Firmen abzusehende Personalengpässe etwa durch Altersteilzeit oder Vorruhestand bei der Planung nur wenig berücksichtigen.

Zu den Ursachen für psychische Belastungen gehören auch die geringe Unterstützung durch Vorgesetzte (33 %), schwere körperliche Arbeit, Lärm, Beleuchtung und Gefahrenstoffe (17 %), eine unzureichende Tätigkeitsbeschreibung nach personeller Restrukturierung (18 %) und in 8 % aller Fälle schlichtweg die räumliche Enge des Arbeitsplatzes.

Das nachhaltige Vorgehen gegen Burn-out & Co. ist ohne die professionelle Unterstützung durch externe Berater so gut wie unmöglich, sagen beinahe drei Viertel (73 %) der Personalentscheider. Nicht einmal einem Fünftel der Firmen ist klar, dass sie die neue gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz durchführen müssen. Allein hierfür bedarf es auf jeden Fall einer externen Unterstützung, sind sich 64 % der Personalverantwortlichen sicher. Der Handlungsdruck ist enorm: Immerhin nehmen Arbeitsausfälle wegen psychischen Erkrankungen in Deutschland heute den zweiten Platz bei Krankschreibungen ein.

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