Mobile Betriebsführung und Instandhaltung Abschied von der Checkliste: Wie Lanxess die Instandhaltung digitalisiert

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Bei Lanxess wird die Instandhaltung bald mobil. Mehr Effizienz, bessere Datenqualität und höhere Rechtssicherheit verspricht sich der Specialchemiekonzern von digitalen Checklisten, die direkt mit dem ERP-und Wartungssystem verbunden sind.

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Solche Klemmbretter wird es nach der Einführung der digitalen Checklisten bei Lanxess nicht mehr geben. Die Mitarbeiter inspizieren den Rohrbahnhof im Zeto in Leverkusen.
Solche Klemmbretter wird es nach der Einführung der digitalen Checklisten bei Lanxess nicht mehr geben. Die Mitarbeiter inspizieren den Rohrbahnhof im Zeto in Leverkusen.
(Bild: Lanxess / Thorsten Martin)

Tablet statt Klemmbrett heißt es demnächst in 65 Betrieben des Spezialchemiekonzerns Lanxess in Deutschland, Belgien und den USA. Als Teil seiner 2017 gestarteten Digitalisierungsinitiative führt das Unternehmen in den kommenden drei Jahren die mobile Betriebsführung und Instandhaltung ein. Jährlich rund 400 000 Betriebs- und Instandhaltungs-Checklisten auf Papier werden hierzu in einem ersten Schritt durch digitale Pendants ersetzt und nachher auf Tablets ausgefüllt.

Benedikt Efker, Leiter Digitale Produktion bei Lanxess auf dem Smart Process Manufacturing Kongress 2019
Benedikt Efker, Leiter Digitale Produktion bei Lanxess auf dem Smart Process Manufacturing Kongress 2019
(Bild: Gollin)

„Die Zeiten von Klemmbrett, Zettel und Stift gehören bald der Vergangenheit an“, erklärt Benedikt Efker, Leiter Digitale Produktion bei Lanxess. Mit Tablets, die direkt mit den zentralen IT-Systemen verbunden sind, wolle man die Arbeit der Belegschaft in Produktion und Instandhaltung effizienter, komfortabler und sicherer machen.

Für die Digitalisierung der Checklisten setzt Lanxess die Software Moby Check von Siemens ein, die auf Tablets läuft und über Tastatur und Sprache gesteuert werden kann. Die Software hat ein flexibles Bedienkonzept, mit dem Anwendende auf ihrem PC individuelle Prüf- und Checklisten für Produktion, Wartung und Instandhaltung erstellen können – laut Siemens, ganz ohne Programmieraufwand und ohne vorheriges Training.

End-to-end-Einbindung in Prozesse erspart Doppelarbeit

Für den sicheren und reibungsfreien Betrieb von Chemieanlagen sind regelmäßige Prüfungen aller Systeme entscheidend. Checklisten auf Papier sind dabei in der Chemieindustrie immer noch der Standard. Die Daten werden nach dem Rundgang in der Anlage in IT-Systeme übertragen und die Papiere über mehrere Jahre archiviert.

Die digitalen Checklisten von Moby Check hingegen sind über Schnittstellen direkt mit den Wartungs- und Enterprise-Ressource-Planning-Systemen von Lanxess verknüpft. Diese End-to-end-Einbindung in die Arbeitsprozesse erspart Doppelarbeit. Zudem sorgen die Templates und Schnittstellen dafür, dass die Daten korrekt übertragen werden. Die automatische Archivierung erhöht die Rechtssicherheit der Prüfungen.

Digitalisierung des weltweiten Anlagenparks

Vor einem Jahr hat der Konzern ein System zur Analyse von Zeitreihendaten in weiten Teilen seines weltweiten Anlagenparks implementiert. Mit der Software Trendminer können Mitarbeitende in der Produktion seitdem eigenständig Fertigungsprozesse und Messdaten analysieren, Muster und Trends in diesen Daten aufspüren und so Unregelmäßigkeiten in der Produktion erkennen. Typische Anwendungsfälle sind die Kapazitätserhöhung, die Vorhersage von Wartungsstillständen, die Qualitätssteigerung von Produkten oder der effizientere Rohstoff- und Energieeinsatz.

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