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FDI-Geräteintegration

ABB bringt erstes Tool für Feldgeräteintegration auf den Markt

| Autor/ Redakteur: Gerd Kielburger / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Der Automatisierungskonzern ABB macht Tempo beim Thema Field Device Integration (FDI). Nur wenige Monate nach der Freigabe der FDI-Spezifikation im November 2014 präsentiert das Unternehmen das erste FDI-gestützte Gerätemanagement-Tool auf der Hannover Messe 2015. Der Clou: Die einfache Installation soll nur drei Minuten dauern.

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ABB Produktmanager Stefan Bollmeyer bei der Präsentation der ersten Version des „Next Generation Device Management“ (NGDM).
ABB Produktmanager Stefan Bollmeyer bei der Präsentation der ersten Version des „Next Generation Device Management“ (NGDM).
(Bild: PROCESS)

Mannheim – Das ging jetzt plötzlich sehr schnell. Im November hatte die neu gegründete Fieldcomm-Group auf der Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr den Durchbruch bei der Geräteintegration mit FDI kommuniziert, jetzt stellt ABB auf der diesjährigen Hannover Messe bereits die erste Version des „Next Generation Device Management“ (NGDM) vor. Was sich hinter diesem Arbeitstitel verbirgt, ist das erste Tool auf dem Markt, das Feldgeräteintegration (Field Device Integration = FDI) mit den nicht proprietären, gemeinsamen FDI-Common-Host-Components unterstützt.

Warum plötzlich das hohe Tempo bei der Markteinführung? Für Stefan Bollmeyer, der bei ABB für dieses Thema zuständig ist, steht fest, dass die Akzeptanz und Nutzung bei Anwendern und Ausrüstern gleichermaßen von der schnellen Verfügbarkeit abhängt. Bollmeyer hofft, dass auch andere Anbieter schnell nachziehen und so die Spirale antreiben.

Die Entwicklungsarbeiten zur Feldgeräteintegration begannen bereits im Jahr 2009. Das Ziel: das Beste der text- (DD, EDDL, usw.) und grafikbasierten (FDT/DTM) Geräteintegration miteinander zu verbinden. Bis zum Jahr 2011 war die FDI-Spezifikation formal ausgearbeitet, und die meisten Organisationen (Hart, Profibus, FF, FDT, OPC) sowie die weltweit führenden Anbieter von Automatisierungstechnik waren beteiligt. Nach jahrelanger, intensiver Arbeit und mit dem einzigen Ziel, die Geräteintegration radikal zu vereinfachen, wurden im November 2014 die FDI-Spezifikation und mit ihr die gemeinsamen Host-Komponenten (FDI Common Host Components) sowie die integrierte Entwicklungsumgebung (FDI Package IDE) für FDI-Geräte-Pakete vorgestellt.

Mit dem einen Geräte-Paket für alle Anwendungsfälle, den gemeinsamen Host-Komponenten und dem Usability Guide erfüllt die FDI-Spezifikation die wichtigsten Nutzeranforderungen. Wie Bollmeyer betont, wird es mit der neuen Technik allein jedoch nicht möglich sein, alle Probleme zu lösen, denen sich die Nutzer von Gerätemanagement-Tools heutzutage ausgesetzt sehen. Die Herausforderungen in der täglichen Anwendung des Gerätemanagements hat ABB in einer umfangreichen, weltweiten und alle relevanten Branchen umfassenden Nutzerstudie ermittelt.

Online in nur drei Minuten

Wie die Studie ergab, dauert die Installation derartiger Management-Tools, der Anschluss der Geräte und der Online-Zugriff dauert heute häufig zwischen 30 und 90 Minuten. „Mit NGDM dauert es dagegen nur drei Minuten bei etwa 15 Klicks“, freut sich Bollmeyer. Wie der ABB Produktmanager betont, sei der Nutzer dabei nicht an einen Desktop-PC, Server oder Laptop gebunden, NGDM lasse sich auch auf einem Windows-Tablet installieren und unterstütze die notwendige Touch-Navigation. „Der Anwender erhält somit bei der Arbeit auf der Anlage eine größere Freiheit“.

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