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AALE-Konferenz Göppingen AALE-Konferenz führt Akademia und Wirtschaft zusammen

Redakteur: Marion Henig

Die AALE (Angewandte Automatisierungstechnik in Lehre und Entwicklung)  ist ein Forum für Fachleute der Automatisierungstechnik aus Hochschulen und Wirtschaft. Die 8. Fachkonferenz fand in diesem Jahr in Göppingen statt, mit einer beachtlichen Teilnehmerzahl von 170 Experten, etwa zur Hälfe aus Hochschulvertretern und Herstellern.

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Dr. Norbert Kuschnerus / Bayer Technology Services gab einen Überblick über die wichtigsten Beiträge der NAMUR Hauptsitzung 2010. (Bild: H.Drathen/PROCESS)
Dr. Norbert Kuschnerus / Bayer Technology Services gab einen Überblick über die wichtigsten Beiträge der NAMUR Hauptsitzung 2010. (Bild: H.Drathen/PROCESS)

Göppingen - Auf der diesjährigen AALE-Konferenz gab einige interessante Beiträge auch für die Prozessindustrie, obwohl der Schwerpunkt der Veranstaltung auf der Fertigungsindustrie lag. Der Grund: Im Umfeld von Göppingen sind keine nennenswerten Chemieunternehmen beheimatet. Der thematische Bezug dürfte sich im kommenden Jahr ändern, wie die Organisatoren versicherten, da der nächste Konferenzort Aachen ist.

Interdisziplinärer Erfahrungsaustausch zum Thema mechatronische Prozessreife

Der Plenarvortrag  von Dr. Rainer Stetter / ITQ GmbH ging der Frage nach, welche mechatronische Prozessreife in einem Unternehmen herrscht. Bei Analysen mehrerer Unternehmen hat sich gezeigt, dass die klassischen Gebiete gut entwickelt sind, jedoch die fakultätsübergreifenden Aufgabenstellungen noch sehr im Argen liegen. Dies hat unmittelbare Konsequenzen auf den Softwarebereich, da die Aufgabenstellung unklar ist. Hier besteht großer Nachholbedarf. Der Vortrag diente dazu, gerade den interdisziplinären Erfahrungsaustausch zu stärken.

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Funktionale Sicherheit – ein wichtiges Thema in der Namur

Dr. Norbert Kuschnerus / Bayer Technology Services thematisierte in seinem Vortrag die Funktionale Sicherheit – ein wichtiges Thema in der Namur. Die Präsentation gab einen Überblick über die wichtigsten Beiträge der vergangenen Hauptsitzung vom November 2010. Aufgezeigt wurde dabei der hohe Anteil der Automatisierungstechnik am Sicherheitskonzept von Prozessanlagen. Hier geht`s zur detaillierten Berichterstattung über die Namur-Hauptsitzung 2010

Übergreifende Lösungen der Automatisierungstechnik notwendig

Ein dritter für die Prozessindustrie interessanter Plenarbeitrag stammte von Prof. Dr-Ing. Michael Felleisen / Hochschule Pforzheim zum Thema Energieerzeugung der Zukunft – Neue Einsatzfelder der Automatisierungstechnik. Ziel seines Beitrages war es, den Teilnehmern deutlich vor Augen zu führen, dass sich in der Vergangenheit die Einsatzfelder der Automatisierungstechnik auf die Bereiche Produktion und Fertigung konzentriert haben. Jedoch kommen heute zunehmend neue Bereiche hinzu wie Mobilität und Verkehr, Haushalt und Gesundheit (smart home), Netze (smart grid) und das bedeutende Einsatzfeld der Effizienz bei Produktion und Fertigung. Dabei wird deutlich, dass neben technologischen Entwicklungen übergreifende Lösungen der Automatisierungstechnik notwendig sind, um den Weltenergiebedarf langfristig zu decken. Neue Netz- und Verbundlösungen für eine stabile und „intelligente“, weil bedarfsorientierte, Versorgung der Verbraucher müssen zur Verfügung gestellt werden. In allen Anwendungsbereichen wird die Effizienz Schlüssel für die Zukunft sein. Sie erfordert eine transparente, ganzheitliche Sicht, die heute noch nicht überall gelebt wird. Nur mit neuen Sichten lassen sich Prozesse und Fertigungsabläufe verbessern, um den Verbrauch von begrenzt vorhandenen Ressourcen zu minimieren. „Wir brauchen keine neuen Lösungen oder Technologien, was gebraucht wird ist längst vorhanden, es ist lediglich anders (ganzheitlich) zu nutzen“, so das Statement von Prof. Felleisen.

In den Workshops gab es dazu einige Beispiele, die sich speziell dem Thema Effizienzsteigerung widmeten.

Fazit: Über den Tellerrand hinaus

Was man bei allen Beiträgen zwischen den Zeilen lesen konnte, war die Aufforderung, über Fachgrenzen hinweg zu denken, zu kommunizieren und auch zu handeln. Denn der Wert neuer Entwicklungen liegt meist nicht in der fachlichen Weiterentwicklung, sondern in der fachübergreifenden Breite. Über den Tellerrand zu schauen, das war die Botschaft der zweitägigen Konferenz.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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