Firmenjubiläum 100 Jahre Krohne Messtechnik – immer auf der Suche nach dem goldenen Schnitt

Autor: Sabine Mühlenkamp

Kreativität ist der Schlüssel für Innovation – davon ist Krohne auch 100 Jahre nach seiner Firmengründung fest überzeugt. Auf einer Online-Pressekonferenz, die den Auftakt zum Jubiläumsjahr gab, hielt man sich jedoch nicht lange mit der Vergangenheit auf, sondern präsentierte vielmehr spannende Entwicklungen aus der Messtechnik.

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„Unser Ziel ist, mit unseren Produkten, Lösungen und Services einen Mehrwert zu bieten. Das erreichen wir nur indem wir die Wünsche unseren Kunden aus verschiedenen Industrien und ihre Applikationen kennen oder sogar zukünftige Herausforderungen antizipieren.“ Dr. Attila Michael Bilgic, CEO und Sprecher des Vorstands der Krohne Gruppe.
„Unser Ziel ist, mit unseren Produkten, Lösungen und Services einen Mehrwert zu bieten. Das erreichen wir nur indem wir die Wünsche unseren Kunden aus verschiedenen Industrien und ihre Applikationen kennen oder sogar zukünftige Herausforderungen antizipieren.“ Dr. Attila Michael Bilgic, CEO und Sprecher des Vorstands der Krohne Gruppe.
(Bild: Krohne)

Es ist sicher ungewöhnlich, dass ein Produkt, mit dem vor 100 Jahren die Firmengeschichte begann, immer noch im Programm ist. Doch das Schwebekörper-Durchflussmessgerät für Härteöfen gehört nach wie vor zur Krohne-Produktfamilie. Gleichzeitig ist diese Kontinuität auch wieder typisch für das Duisburger Unternehmen, das viele der damaligen Werte, wie die familiäre und wertschätzende Unternehmenskultur oder die enge Verbindung zur Kunst, noch heute hoch hält.

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm Kristian Rademacher-Dubbick, der Enkel des Firmengründers, eine führende Rolle. Als Künstler hatte er am Anfang zwar nicht unbedingt Ahnung von der Technik, interessierte sich aber sehr für die Bedürfnisse der Kunden. Technischen Sachverstand holte er sich mit einem Ingenieur ins Haus, den goldenen Schnitt setzte er als Maßstab in der Produktentwicklung fest.

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Und dieser gilt bis heute. „Krohne ist eine vielschichtige Verbindung von Werten. Unser Ziel ist, mit unseren Produkten, Lösungen und Services einen Mehrwert zu bieten. Das erreichen wir nur indem wir die Wünsche unseren Kunden aus verschiedenen Industrien und ihre Applikationen kennen oder sogar zukünftige Herausforderungen antizipieren“, erläutert Dr. Attila Michael Bilgic, CEO und Sprecher des Vorstands der Krohne Gruppe. „Um sie zu erfüllen, bedarf es kreativer Ideen.“ Aus diesem Verständnis wurde zum Beispiel das erste magnetisch-induktiven Durchflussmessgerät (MID) mit einem Messrohr aus Oxidkeramik und eingesinterten Platinelektroden sowie das erste Gradrohr-Coriolis-Massedurchflussmessgerät entwickelt.

Schnell folgte Krohne seinen Kunden in den 1960er Jahren ins Ausland und zwar nicht nur mit Büros, sondern mit eigenen Produktionsstätten. Heute gibt es 16 Produktionsstätten in elf Ländern.

Robuste Messtechnik als Basis für intelligente Lösungen

Veränderte Anforderungen in den Industrien erfordern eine immer spezialisiertere Messtechnik. Dies äußert sich entweder in einem Gerät, einer Gesamtlösung oder auch in einem speziellen Serviceangebot. Allen gemeinsam ist, dass die Digitalisierung und KI-Technologien einen höheren Stellenwert bekommen, aber: „Sensoren bleiben die fünf Sinne des Prozesses“, so Bilgic.

Sensoren bleiben die fünf Sinne des Prozesses.

Als Beispiel nannte er die Lösung Focus-On, die gemeinsam mit Samson entwickelt wurde. In einem Gerät sind Sensorik, Aktorik und Regelung vereint. Dieses misst den Volumenstrom und regelt die Ventilöffnung selbstständig. „Eine solche Lösung legt den Grundstein für selbstlernende Systeme und autonome Fabrik“, ist Bilgic überzeugt.

Aus einer anderen Branche stellte er Ecomate vor, das die Menge des Treibstoffverbrauchs und die Emissionen von Schiffen überwacht und automatisch die Berichte über den CO2-Verbrauch über eine Cloud auf ein Dashboard der Schiffsbetreiber weiterleitet. Krohne liefert nicht nur die Daten aus seinen Coriolismessgeräten, sondern eben auch den Emissionsbericht nach EU-Vorgaben und dessen Visualisierung. Auf dieser Grundlage können Betreiber die Effizienz ihrer Flotte beurteilen.

Getränkeflaschen perfekt befüllt

Aus der Getränkeindustrie beschrieb Bilgic ein Beispiel, wie KI-Technologien für eine optimale Befüllrate sorgen können. In den Abfüllanlagen ist seit Jahren ein Trend zur einer immer größeren Abfüllleistung zu beobachten – 70.000 Liter pro Stunde sind durchaus üblich. Die Herausforderung: In jede Flasche muss exakt ein Liter abgefüllt werden. Volumenstrom und Druck lassen sich aber nicht beliebig erhöhen, da eine zu schnelle Befüllung zum Überlauf führt. Mithilfe der künstlichen Intelligenz ließ sich nun die Füllkurve optimieren. „Auch hier ist die Basis zuverlässige Messtechnik - in jedem Füllkopf befindet sich ein kleines Durchflussmessgerät von uns“, betont Bilgic.

Schlussendlich folgte noch ein Beispiel aus der Prozessindustrie: SIL-zertifizierte Coriolis-Geräte lassen sich in Zukunft auch über Bluetooth in Betrieb nehmen und überwachen. Damit ist in Zukunft die sichere drahtlose Kommunikation mit den Durchflussmessgeräten per Smartphone oder Tablet möglich. Aber auch hier legt robuste Messtechnik den Grundstein für eine erfolgreiche Lösung.

Event-Tipp der Redaktion

Funktionale Sicherheit ist in der Prozessindustrie von entscheidender Bedeutung. PROCESS widmet diesem Thema daher am 22. Juni 2021 in Form des SIL-Forums eine eigene Plattform. Im Fokus der digitalen Veranstaltung stehen Exklusiv-Workshops zu ausgewählten Themen rund um Safety & Security. Die Teilnehmer profitieren von Lösungsansätzen und Experten-Tipps für den beruflichen Alltag.

Diese Beispiele zeigen eins deutlich: In Zukunft werden mehr denn je applikationsspezifische Produkte, Lösungen und Service benötigt. „Nur damit bieten sie einen Mehrwert für unsere Kunden“, so Bilgic abschließend. „Kreativität ist hier ein wesentlicher Faktor.“

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Über den Autor

 Sabine Mühlenkamp

Sabine Mühlenkamp

freie Journalistin, Pressebüro Mühlenkamp