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Austausch mit dem Leitsystem
Um Daten mit dem Leitsystem austauschen zu können, sind die Kleinsteuerungen über eine serielle Schnittstelle mit einem GPRS-Modem ausgestattet worden. Somit kann sich jede Unterstation mit dem nächstgelegenen Mobilfunkmast des jeweiligen Betreibers verbinden. Ab diesem Übergabepunkt wird das Funknetz verlassen und die Informationen werden via TCP/IP-Netzwerk übertragen. Die legitimierten Daten können dann über einen DSL-Anschluss mit dem integrierten TSC-Protokoll (Tainy Switching Center) via OPC oder Direktankopplung an die Leitzentrale gesendet werden.
Die Ankopplung der Modems an die Kleinsteuerungen ILC 150 ETH erfolgt seriell. Damit die Leitwarte die Prozesswerte auch unmittelbar über den in die SPS eingebauten Web-Server abfragen kann, ist ein direkter TCP-Betrieb mit einem GPRS-Router möglich. Zur TCP/IP-Kommunikation können Modems mit integriertem VPN-Tunnel oder Geräte eingesetzt werden, die VPN nicht unterstützen.
Aufgrund der vorgefertigten Beispielprojekte müssen die in den Fernwirk-Unterstationen installierten Kleinsteuerungen nicht aufwändig programmiert werden. Zur Kommunikation sind die Funktionsbausteine lediglich zu parametrieren. Im Fernwirksystem Automationworx for Remote Systems Resy+ werden neben der Datenübertragung via ODP-Protokoll weitere Treiber beispielsweise für IEC 60870-5-101/104 oder den SMS-Versand und –Empfang angeboten.
Die GPRS-Kommunikation ist durch eine volumenbasierte Abrechnung gekennzeichnet. Das bedeutet, dass der Mobilfunk-Provider nicht die Dauer der Verbindung sondern die übertragene Datenmenge in Rechnung stellt. Da die Kommunikation vom Leitsystem aus gesteuert wird, sind die Kosten der Anlage transparent und der Datenverkehr lässt sich stets überwachen. Das hat sich besonders bei der Inbetriebnahme bewährt, denn hier sind in den Außenstationen keine unerwünscht hohen Verbindungskosten entstanden.
Damit das Bedienpersonal auch bei einem Spannungsausfall in den Außenstationen über den jeweiligen Anlagenzustand informiert ist und kritische Zustände sicher erkennt, sind alle Anlagen mit einer unterbrechungsfreien Spannungsversorgung für den 24-V-Bereich ausgestattet worden. Die Mini-DC-USV vereinen dabei das Netzteil und die Stromversorgung in einem hutschienenmontablen Gehäuse. Varianten für die Akkumodule mit 0,8 Ah und 1,3 Ah stellen den Betrieb aller angeschlossenen 24-V-Verbraucher sowohl im Versorgungsnetz als auch bei Netzstörungen sicher.
Fazit: Mit dem Fernwirksystem von Phoenix Contact und der Leitsystem-Anbindung ODP von Videc ist ein durchgängiges Kommunikationssystem entstanden, das auf Basis von InTouch visualisiert, die Betriebsdatenerfassung erfolgt via Acron. Das Meldesystem Melsys alarmiert im Störungsfall per GSM-Netz die entsprechenden Bereitschaftshandys. Bianca Nitsch-Maskos, Betriebsleiterin Abwasser im Kreisverband, erklärt abschließend: „Alle Fernwirk-Stationen können über den in die Kleinsteuerungen integrierten Web-Server applikationsspezifisch parametriert werden. Das reduziert die Inbetriebnahmezeit erheblich.“
* Der Autor ist Head of Global Industry Management Water/Wastewater Treatment, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont.
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