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Flexible Lösung mit schnellem Nutzen
Wie schnell sich die Einführung des Condition Monitoring bezahlt machte, zeigte sich bereits nach wenigen Wochen. Die Nachtschicht bemerkte für die Schwingungsgeschwindigkeit RMS an einer Zentrifuge auffällig erhöhte Werte. Von der registrierten Unwucht in der Anlage konnte schnell auf eine nicht normgerechte Zusammensetzung der Füllmasse geschlossen werden. Wie sich herausstellte, ist der vorhergehende Kochprozess nicht wie vorgeschrieben abgelaufen.
Die Erkenntnis: Die Qualität der Füllmasse hat sich direkt auf die Schwingungsmessung der Maschine übertragen. Es sind Zuckerkristalle unterschiedlicher Größen entstanden, die den Schleudervorgang stören und eine verstärkte Vibration verursachen. Diese erhöhten Werte wurden von den Sensoren sofort registriert und machten eine schnelle Untersuchung der Ursachen möglich.
Frank Weishäupl erwartet nach den bisherigen Erfahrungen eine schnelle Amortisation der Investitionen. Bisher wurden die Wälzlager der Zentrifugen alle drei Jahre vorbeugend ausgetauscht. Er rechnet jetzt mit einer Verlängerung auf fünf Jahre, schränkt allerdings ein, dass auch die ständige Überwachung der Antriebe plötzliche Ausfälle nicht ausschließen könne. „Wir haben aber schon viel erreicht, wenn wir durch die Messwerte ein schadhaftes Lager schneller identifizieren und sofort auswechseln können.“ Früher hätten im Zweifel alle vier Wälzlager ausgetauscht werden müssen, da der Fehler nicht lokalisierbar war. Dank der besseren Kontrolle können Aufwand und Kosten deutlich verringert und weitere Schäden vermieden werden.
Fazit
„Wir haben mit den eingesetzten Komponenten für das Condition Monitoring eine sehr flexible Lösung mit einem sehr guten Kosten-/Nutzenverhältnis umgesetzt“, bewertet Frank Weishäupl den erreichten Anlagenstand. Er hebt besonders die Modularität des I/O-Systems und die freie Programmierbarkeit der Wago-Lösung hervor, weil damit z.B. eigene Parameter wie die Drehzahlen der Zentrifugen für die Auswertung individuell festgelegt werden können.
Weitere Schritte sind bereits in der Planung. So ist angedacht, beim Überschreiten von vorgegebenen Schwellwerten einen Alarm zu generieren. Weitere mögliche Themen sind die Anpassung der Parameter an unterschiedliche Füllmengen, die Protokollierung und Auswertung des Wälzlagerzustands vor und nach der Kampagne und die Anpassung der Instandhaltungsarbeiten auch bei der Lagerschmierung von festen Intervallen auf eine Schmierung nach Bedarf.
* Der Autor ist Fachjournalist für Technik- und IT-Themen.
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