Druckmessgeräte

Was Plattenfedermanometer zu Spezialisten der Prozessindustrie macht

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Dieses Problem lässt sich allerdings mit einer Sonderform des Plattenfedermessgeräts lösen: dem Kapselfedermanometer. Kapselfedern bestehen aus zwei zusammengeschweißten Membranen, die in der Regel von der Innenseite her mit Druck beaufschlagt werden. So ergibt sich ein doppelter Federweg. Das bedeutet, dass ohne Reduzierung der Wandstärke kleinere Drücke gemessen werden können. Kapselfedermanometer haben allerdings den Nachteil begrenzter Einsatzmöglichkeiten. Weil ihr Druckraum nicht selbstleerend ist, eignen sie sich nicht für Applikationen mit flüssigen Medien.

Hohe Überlastsicherheit

Messsysteme mit Plattenfedern bieten allein aufgrund ihrer Konstruktion einen guten Schutz bei Überlast, weil sich die Membran gegen den oberen Flansch abstützen lässt. Bei einer Kontur mit abgeflachten Wellen wird der Schutzfaktor wegen der größeren Auflagefläche noch erhöht. Plattenfedermanometer von Wika z.B. haben daher eine Standard-Überlastsicherheit vom Fünffachen des Skalenendwerts, bei Rohrfedermanometer liegt sie standardmäßig nur beim 1,3-fachen.

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Die Überlastsicherheit lässt sich bei Plattenfedergeräten allerdings noch bis zum Tausendfachen steigern, bis zu 400 bar sind möglich. Das gilt selbst für den Messbereich bis 16 mbar. In diesem Fall erhält der obere Flansch ein speziell gedrehtes, metallisches Membranbett, an das sich die Plattenfeder bei Überschreiten des Messbereichsendwertes anlegt. Durch diese vollflächige Anlage wird eine plastische Verformung ausgeschlossen und die Langzeitstabilität erhöht. Auf die gleiche formbeständige Art lässt sich auch Sicherheit bei Unterdruck herstellen: mit einem entsprechenden Membranbett am unteren Flansch.

Einsatz bei kritischen Medien

Hier bieten Plattenfedermanometer den Anwendern erhebliche Spielräume. Um ihre Membran z.B. gegen aggressive Substanzen resistent zu machen, kann die ganze Vielfalt an Sonderwerkstoffen ausgeschöpft werden: von PTFE über Tantal, Hastelloy oder Titan bis Gold. Für Rohrfedern eignen sich typischerweise nur CrNi-Stahl und Monel.

Je nach Anforderung wird die Plattenfeder mit einer Folie aus dem entsprechenden Sonderwerkstoff beklebt, bei Goldbeschichtung auch galvanisiert. Die notwendigen federelastischen Eigenschaften vorausgesetzt, können die Messglieder teilweise auch komplett aus diesen Materialien gefertigt werden. Bei besonders aggressiven Medien kann der untere Flansch der Membran zusätzlich ausgekleidet werden, dann ist der produktberührte Bereich vollständig geschützt.

Plattenfedermanometer bewähren sich darüber hinaus bei Messaufgaben mit viskosen, verunreinigten oder kristallisierenden Medien. Diese können die schmalen Druckkanäle des Gewindeanschlusses bzw. bei Rohrfedergeräten auch das Innere der Feder verstopfen. Um eine solche Störung auszuschließen, werden Plattenfedermanometer mit offenem Flansch an den Prozess angeschlossen. So entsteht ein großer Druckraum, in dem sich keine Stoffe festsetzen können.

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