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Segment statt Matrize
Der letzte Streich ist die Segmenttechnologie, die in der FE-Linie verbaut ist und für Müller „das Genialste, was diese Firma entwickelt hat“. Worum geht es dabei? Traditionell arbeiten Tablettenpressen mit fest im Rotor eingebauten Matrizenscheiben. Die Formung der Tablette findet in einzelnen Matrizen statt. Jede dieser Matrizen muss passgenau in eine Matrizenbohrung eingesetzt und festgeschraubt werden. Das kostet Zeit und geht auf Kosten der Maschinengenauigkeit.
Die Segmenttechik basiert auf einer Idee, die bestechend einfach klingt, deren Umsetzung aber angesichts der vielen Einzelteile einer Presse an Komplexität kaum zu überbieten ist und sich nur Fachleuten erschließt. Segmente ersetzen die konventionelle Matrizenscheibe des Rotors sowie die Matrizen. Dadurch können mit dem Lösen von nur zwei Feststellschrauben die Segmente vom Rotor entfernt werden. Ab 2014 wollen sich die Entwickler übrigens das Thema „Washing in Place“ vornehmen.
Alle Technologien werden in enger Rückkopplung mit den Kunden entwickelt, denn nur, wer mit offenen Augen und Ohren den Markt beobachtet, erkennt die Zeitströmungen und kann rechtzeitig reagieren. „Wir bündeln, was der Kunde wirklich braucht“, sagt Müller. Er hat daher früh erkannt, dass sich die Rolle des Maschinenbauers ändert, ebenso, wie die internationale Pharmalandschaft, die gewaltig im Umbruch ist.
„Wir entwickeln uns immer mehr vom reinen Maschinenlieferanten zum Total-Care-Partner, der über die Maschine, über Presswerkzeuge ordentlichen Service bis hin zur Beratung unserer Kunden zur Verfügung steht, um auch in existierenden Anlagen die Effizienz zu steigern“. Der Serviceanteil am Umsatz sei in den letzten drei Jahren von 37 auf 42 % gestiegen.
Service ist Dienst am Kunden
Konsequent baut Fette deshalb seine Servicecenter und das Angebot aus. „Gleiche Zeitzone, gleiche Sprache“, heißt die Devise. In China, Indien, den USA, in Brasilien sowie am Hauptsitz in Schwarzenbek betreibt das Unternehmen jeweils ein Kompetenzzentrum für Tablettiertechnik. 2012 kam Fette Compacting Iberica in der Nähe von Madrid dazu.
In Indien ist Fette in Goa seit 2010 fest im Sattel, und Wachstum verzeichnet Müller auch am chinesischen Produktionsstandort in Nanjiing. 2011 kamen mehr als 20 % aller produzierten Maschinen der weltweiten Produktion aus Nanjing, geplant ist ein weiterer Kapazitätsausbau auf 150 Maschinen pro Jahr. Schließlich erwarten Markforscher, dass in den nächsten Jahren mehr als zwei Drittel des weltweiten Wachstums der weltweiten Tablettenproduktion in Asien entsteht. Dafür will das Unternehmen gerüstet sein.
* Die Autorin ist Stellvertretende Chefredakteurin der PharmaTEC.
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