3D-Modellierung Umbau leicht gemacht: Mithilfe von 3D-Laserscanning lassen sich Umbauprozesse kostensparend abwickeln

Autor / Redakteur: Jens Füermann / Dr. Jörg Kempf

Die Notwendigkeit nach Bestandserfassung und 3D-Modellierung bei Umplanungs-Projekten im industriellen Umfeld steigt kontinuierlich. Eine effiziente Methode ist das 3D-Laserscanning, wie ein Anwendungsbeispiel bei Evonik Röhm unterstreicht.

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Der 3D-Laserscanner erfasst die komplette Anlage und liefert die Basis für die Erzeugung eines 3D-As-built-Modells. Bilder: iQvolution Services
Der 3D-Laserscanner erfasst die komplette Anlage und liefert die Basis für die Erzeugung eines 3D-As-built-Modells. Bilder: iQvolution Services
( Archiv: Vogel Business Media )

Ob in der chemischen Industrie, Petrochemie oder im Anlagenbau: Umbauplanungen in industriellen Anlagen stellen Betreiber und Projektverantwortliche vor immer wiederkehrende Herausforderungen: Unter Zeitdruck soll eine Planung für die Integration neuer Anlagen in bestehende komplexe Anlagen realisiert werden. Dabei sind die Platzverhältnisse extrem beengt, sodass bereits in der Vorplanungsphase Planmaterial benötigt wird, das den realistischen Zustand der Altanlagen hinsichtlich Geometrie und Position reflektiert. Hinzu kommt die Forderung nach aktuellen Aufstellungsplänen. Die Suche nach Unterlagen in der geforderten Qualität bleibt häufig ergebnislos, da Veränderungen in den Anlagen in den vorhandenen Dokumentationen nicht nachgeführt wurden. Dies hat viele Planer veranlasst, nach einer Lösung für dieses Problem zu suchen. Eine Methode hat sich als besonders effizient, hochgenau und kostensparend erwiesen: das 3D-Laserscanning und die Umsetzung der Messergebnisse in CAD-Planungswerte.

Als mit der Vorbereitung für Planungsmaßnahmen begonnen wurde standen auch die technischen Services der Evonik Röhm am Standort Worms, ein Tochterunternehmen von Evonik Industries, vor dieser Herausforderung. Es wurde insbesondere eine für die Planung relevante Dokumentation der Rohrbrücken im Intergraph PDS-Format benötigt. Eine weitere Herausforderung bestand in den zu erfassenden Umfängen: etwa 1500 lfdm Rohrbrücke mussten in ei-nem festen Zeitplan erfasst und modelliert werden, damit die Planung punktgenau steht.

Alternative Messverfahren, z.B. tachymetrische Vermessung, Fotogrammetrie oder ein Aufmass von Hand, kamen wegen der Komplexität der Anlagen und aus Sicherheitserwägungen nicht infrage. Der Aufwand im Hinblick auf Arbeitssicherheit, sowie die Kosten, um die geforderte Genauigkeit mit diesen Messmethoden zu erreichen wären unverhältnismäßig hoch gewesen. Da die Rohrbrücken darüberhinaus nur teilweise begehbar waren, musste über eine andere Lösung nachgedacht werden. Karl-Heinz Görlich, Projektleiter und Rainer Felger, CAD-Verantwortlicher des Projekts erinnern sich: „Die Lösung bestand darin, die Rohrbrücken mit einem 3D-Laserscanner zu erfassen und daraus ein 3D-As-built-Modell zu erzeugen.“

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