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Bioraffinerie TU Wien zeigt wie Abwasser zum Rohstoff wird

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Forscher der TU Wien präsentieren auf der Hannover Messe, dass spezielle Mikroorganismen aus industriellem Abwasser wertvolle Substanzen produzieren.

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Nicole Mahler mit einer Abwasser-Probe, aus der wertvolle Stoffe gewonnen werden können.
Nicole Mahler mit einer Abwasser-Probe, aus der wertvolle Stoffe gewonnen werden können.
(Bild. TU Wien)

Wien/Österreich – Forscher um Prof. Christoph Herwig vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften der TU Wien stellen aus industriellem Abwasser wertvolle Substanzen her – etwa Carotinoide, Biokunststoffe oder sogar Produkte für die pharmazeutische Industrie. Dafür nutzen sie ganz bestimmte Mikroorganismen: Sogenannte Halophile, die sich unter extremen Bedingungen besonders wohlfühlen. Sie gedeihen bei sehr hohen Salzkonzentrationen, bei denen andere Lebewesen absterben würden.

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Die Wiener Forscher sind sich sicher, in Zukunft wird es Bioraffinerien geben, die über ein komplexes System biochemischer Prozesse viele verschiedene Produkte liefern – ähnlich wie in Erdölraffinerien heute das Rohöl in viele unterschiedliche Inhaltsstoffe aufgeteilt und weiterverarbeitet wird. Die biochemischen Prozesse in der Bioraffinerie sind allerdings deutlich komplizierter.

Für die industrielle Produktion nutzbar

Lange Zeit hat man solche Vorgänge bloß über Versuch und Irrtum verbessert, an der TU Wien geht man allerdings einen anderen Weg: „Für uns ist es entscheidend, die physiologischen Prozesse in unseren Bioreaktoren auf mechanistische Weise zu verstehen“, sagt Christoph Herwig. „Wenn man genau sagen kann, wie die Wirkungsmechanismen ineinandergreifen, kann man den Prozess viel besser weiterentwickeln und für die industrielle Produktion nutzbar machen.“ Außerdem lässt sich durch ein vollständiges Verständnis der biochemischen Abläufe auch rasch erkennen, wenn irgendwelche Probleme auftreten. Die Zellaktivität kann jederzeit beobachtet werden.

Die extrem halophilen Mikroorganismen, die an der TU Wien eingesetzt werden, eignen sich für ein weites Spektrum an industriellen Abwässern mit pH-Werten von 5 bis 11 und Salzfrachten bis zu 25% Gewichtsanteil und brauchen dabei nicht einmal sterile Rahmenbedingungen. Mehr als 95% der organischen Inhaltsstoffe des Abwassers können durch die an der TU Wien optimierten Prozesse in Wertstoffe umgewandelt werden.

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