Gespräche auf Bundesebene fortgesetzt Chemie-Tarifrunde ohne Ergebnis vertagt

Quelle: Pressemitteilung Chemieverbände Rheinland-Pfalz 2 min Lesedauer

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Die Tarifverhandlungen für rund 69.000 Beschäftigte der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Rheinland-Pfalz sind ohne Annäherung geblieben und vertagt worden. Arbeitgeber sehen angesichts historisch niedriger Auslastung, hoher Kosten und struktureller Probleme keinen Spielraum für weitere tarifliche Belastungen.

(v.l.n.r.) Roland Strasser (IGBCE) und Michael Müller (Arbeitgeberverband) im Gespräch vor den Verhandlungen(Bild:  Chemieverbände Rheinland-Pfalz/ Marcel Hasübert)
(v.l.n.r.) Roland Strasser (IGBCE) und Michael Müller (Arbeitgeberverband) im Gespräch vor den Verhandlungen
(Bild: Chemieverbände Rheinland-Pfalz/ Marcel Hasübert)

Die Verhandlungen für die rund 69.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Rheinland-Pfalz sind ohne Annäherung vertagt worden. Die Gespräche werden ab 03. Februar auf Bundesebene fortgesetzt.

„Wir alle haben keine Blaupause für diese Tarifrunde, da wir eine solche Situation in dieser Form noch nicht erlebt haben. In der schwierigsten Lage seit Jahrzehnten kann es auch in der Tarifpolitik kein 'Weiter so' geben“, erklärt Michael Müller, Verhandlungsführer der Chemie-Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz.

Die Arbeitgeber sehen derzeit keinen Spielraum für zusätzliche tarifliche Kosten. „Unsere Anlagen sind historisch schlecht ausgelastet. Das ist wie ein Auto, das im Leerlauf steht und Sprit verbraucht. Und nun verhandeln wir über höhere Kosten, obwohl das Auto kaum Strecke fährt. Verantwortungsvolle Tarifpolitik darf davor nicht die Augen verschließen und das Prinzip Hoffnung über die Fakten stellen“, so Müller weiter.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie befindet sich in einer tiefgreifenden strukturellen Krise. Die Produktion am Standort Deutschland bezeichnen viele Unternehmen als nicht mehr wettbewerbsfähig, Investitionen und Wachstum verlagern sie zunehmend ins Ausland. Die rheinland-pfälzische Chemie ist mit einem Exportanteil von rund 70 % von dieser Entwicklung besonders betroffen. Viele Unternehmen reagieren mit Spar- und Kostensenkungsprogrammen. „Diese Entwicklung zeigt deutlich: Für Verteilungsspielräume ist derzeit kein Platz. Tarifpolitik darf die bestehenden Belastungen der Standorte nicht weiter erhöhen“, betont Müller.

Nach Einschätzung der Arbeitgeber haben die Betriebe in den vergangenen Jahren erhebliche Belastungen getragen – unter anderem durch Tarifabschlüsse, stark gestiegene Energiepreise sowie zunehmende Regulierung und Bürokratie. „Die Chemie ist ins Rutschen geraten. In der Folge geraten Standorte unter Druck und Anlagen werden geschlossen“, so Müller. Zugleich verweist er darauf, dass die Beschäftigten in der Chemiebranche in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich von Tarifabschlüssen profitiert haben. „Gerade deshalb müssen wir jetzt verantwortungsvoll handeln, um Arbeitsplätze, Investitionen und Standorte nicht zu gefährden.“

Die Arbeitgeber bekräftigten ihre Bereitschaft zum weiteren Dialog. „Gerade in dieser Phase braucht es Sachlichkeit, Realismus und die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Branche“, erklärt Müller. Die Tarifverhandlungen werden ab dem 03. Februar in Hannover auf Bundesebene fortgesetzt. Ansprechpartner ist der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) mit Sitz in Wiesbaden.

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