Suchen

Eine Marke der PROCESS Gruppe

Abfülltechnik für High potentials

Sterilabfüllung für hochaktive Wirkstoffe

| Autor: Anke Geipel-Kern

Bosch Packaging hatte zum Pharmatag geladen und präsentierte neue Projekte und Industrie 4.0 Lösungen. Klar im Trend liegt die Verarbeitung hochaktiver Wirkstoffe, die selbst den Rahmen der Containmentpyramide sprengen. Highlight sind zwei Projekte zur aseptischen Abfüllung mit vielen technischen Neuheiten.

Firmen zum Thema

(Bild: Bosch Packaging)

Normalerweise geht es bei Bosch Packaging am Standort Crailsheim eher beschaulich zu. Doch das ändert sich, wenn zum traditionellen Pharmatag 300 Besucher aus aller Welt anrücken. Dann herrscht vor allem in den Montagehallen Ausnahmezustand, wo die Maschinen für die Werksführung hergerichtet werden müssen. Das war auch in diesem Jahr nicht anders, in dem Abfülllinien für die Verarbeitung hochaktiver Wirkstoffe im Mittelpunkt stehen, z.B. ein Linienkonzept, das auf der ALF 5000 basiert.

Die Isolatorgestützte Füll- und Verschließmaschine für Ampullen und Vials sei für Bosch Packaging ein echtes Erfolgsmodell, erklärt Standortleiter Alexander Giehl. Im Februar habe man den Verkaufsrekord von 20 Maschinen erreicht. Das auf dem Pharmatag vorgestellte Projekt entsteht gerade im Auftrag eines internationalen Kunden und wird nach der Fertigstellung ein neues Krebsmedikament abfüllen, das zu einer Wirkstoffklasse mit hoher Aktivität gehört und einen OEB-Level von 10 ng/cm3 erreicht.

Das ist ein Wert, den die herkömmliche Containment-Pyramide gar nicht mehr abbildet. Das Maschinenlayout kombiniert Waschmaschine, Füllmaschine unter dem Isolator, ein Prevas-System, Gefriertrockner und Füll- und Verschließeinheit mit anschließendem Wasch-Down. Clou dabei: Gefriertrocknung und Abfüllung können später parallel durchgeführt werden.

Wash-Down-Zyklus unter Druck

Besonders stolz ist Projektleiter Stefan Schuh auf die integrierte Wasch-Down-Technik, die nach der Produktion luftgetragene Partikel binden soll. Alle Baugruppen seien mit zusätzlichen Dichtungen ausgestattet und Oberflächen soweit möglich reduziert. Dank der L-förmigen Reinigungslanze kommt der Wasserstrahl auch noch in den letzten Winkel. Auch der vergleichsweise hohe Druck des Wasserstrahls von 3,5 bar sorgt für eine effektive Reinigung.

Wie gründlich das System tatsächlich funktioniert, wissen Schuh und sein Team nach den Smepac-Tests, die voraussichtlich bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein werden.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Gemeinsam mit dem Kunden hat das Team auch eine Wash-Down-User-Guidance entwickelt, die den Pharmakant durch den Waschzyklus führt und dafür sorgt, dass die Zeiten und vorgeschriebenen Schritte auch eingehalten werden.

Roboterlinie für die aseptische Abfüllung

Mit der bereits zur Achema vorgestellten MHD Robotic Line kommt jetzt auch Robotertechnik in der aseptischen Abfüllung zum Einsatz – auch hier geht es wieder um ein Biopharmazeutikum. Die sechsachsigen Roboter sorgen für einen flexiblen Packmitteleinsatz mit schnellen Formatwechseln und für ein präzises, sicheres und sauberes Handling. Die Kombilinie ist ausgestattet für Spritzen und Vials im Nest und vorbereitet für Karpulen.

Weil es um ein sehr teures Arzneimittel geht, ist auch eine 100-Prozent-Inprozess-Kontrolle integriert. Momentan in Arbeit sind Tests, ob die Roboter auch Petrischalen zur Keimzahlmessung im Isolator platzieren können. Natürlich fehlt auch die Industrie 4.0-Plattform nicht. Eine Live-Demo zeichnet Echtzeit-Werte der ALF 5000 auf. Auf einem Dashboard lassen sich so neben dem OEE und dem Produktionsfortschritt per Knopfdruck weitere Kenngrößen verfolgen.

* Kontakt zu Bosch Packaging: Tel. +49-7951-402-648

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45942616)