Neues von Profibus / Profinet – Teil 9 So wird die Netzwerkplanung mit Profibus leicht gemacht

Autor / Redakteur: Profibus Nutzerorganisation / Wolfgang Ernhofer

Die erfolgreiche Planung und Umsetzung eines Projektes mit einem Feldbus ist anders als bei der Signalübertragung mit 4-20 mA, aber nicht komplizierter. Dennoch kann es vorteilhaft sein, wenn sich Neueinsteiger in die Feldbustechnik bei ihrem ersten Projekt von erfahrenen Anwendern oder Planern begleiten lassen, um die notwendigen Anpassungen und zusätzlichen Möglichkeiten von vorneherein erfolgreich zu berücksichtigen.

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(Bild: Profibus Nutzerorganisation)

Die pensionierten Anlagenfahrer, Wartungs- und Serviceleute hatten nach dem Rundgang durch „ihre“ Anlage wieder Platz genommen und bedienten sich von dem frisch aufgebrühten Kaffee. Der Alte und der Bärtige saßen jetzt zusammen an einem Tisch und der Junge gesellte sich auf seinem Weg zum Rednerpult zu ihnen. „So war der Rundgang eigentlich nicht gedacht“, wandte er sich an den Bärtigen. „Sie haben tatsächlich den Stellungsregler in den Handbetrieb genommen, aber auch gleich wieder zurück in den Automatikmodus geschaltet“. „Hab ich es nicht gesagt?“ brummte der Alte amüsiert; „er kann wirklich an keinem Gerät vorbeigehen, ohne daran zu spielen. Aber wie hast du das gemerkt, und ist das Gerät wirklich wieder im Automatikbetrieb?“ „Ja, ist es“ entgegnete der Junge, „ich sage später noch etwas dazu. Aber jetzt geht es erst einmal um Netzwerkplanung“ …

Die erfolgreiche Planung und Umsetzung eines Projektes mit einem Feldbus ist anders als bei der Signalübertragung mit 4-20 mA, aber nicht komplizierter. Dennoch kann es vorteilhaft sein, wenn sich Neueinsteiger in die Feldbustechnik bei ihrem ersten Projekt von erfahrenen Anwendern oder Planern begleiten lassen, um die notwendigen Anpassungen und zusätzlichen Möglichkeiten von vorneherein erfolgreich zu berücksichtigen.

Tatsächlich automatisieren Engineering-Werkzeuge und Leittechnik viele Arbeitsschritte, und sowohl bei der Inbetriebnahme als auch während des Lebenszyklus einer Anlage zahlen sich die Vorteile einer Instrumentierung mit Profibus PA aus.

Flexibilität gewinnen für Wartung und Erweiterung

Die Anlagenverfügbarkeit ist eines der wichtigsten Kriterien, die bei der Planung beachtet werden muss. Beispielsweise dürfen bei der Wartung oder dem Austausch eines einzelnen Messumformers keine weiteren Geräte in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Das lässt sich mit Profibus PA einfach realisieren, sogar im Ex-Bereich. Die simple Topologie aus Haupt- und Stichleitungen (Trunk und Spur) ist übersichtlich und einfach handhabbar und vereinfacht bei der Planung und Installation den Nachweis der Ex-Sicherheit deutlich. Der Tausch oder die einfache Implementierung weiterer Geräte sind auch während des Betriebs der Anlage einfach möglich.

Genauer Messen mit weniger Messstellen

Profibus ermöglicht die Übertragung von Daten aus multivariablen Geräten mit einer hohen Auflösung der Messdaten. Hieraus ergeben sich Vorteile, die mit der 4…20 mA-Technologie so nicht zu bewerkstelligen sind: Die Möglichkeit, weniger Feldgeräte einzusetzen und trotzdem ein Mehr an Informationen zu haben, senkt sowohl die Investitionskosten als auch den Aufwand bei Planung und Dokumentation und ermöglicht es dem Anlagenfahrer, die Anlage deutlich optimaler zu betreiben.

Die Feldbustechnik lockert die Trennung zwischen Leit- und Messstellentechnik: Die Messgeräte sind in die Leittechnik integriert und werden somit ein Teil des Gesamtsystems. Dadurch stehen dem Anwender alle Funktionen direkt zur Verfügung und er kann die Geräte und seine Anlage optimal nutzen – was sich schlussendlich im wirtschaftlichen Erfolg niederschlägt.

Der Alte und der Bärtige hatten schon ungeduldig darauf gewartet, dass der Junge sich nach seinem Vortrag wieder zu Ihnen setzte. „Jetzt will ich das aber genauer wissen“, knurrte der Bärtige, der sich irgendwie ertappt vorkam, „wie hast du meine Spielerei an dem Stellungsregler erkannt?“. „Ich habe vor unserem Rundgang eine SMS an die Warte geschickt und meine Kollegen gebeten, einen besonders intensiven Blick auf die Anlage zu haben – denen entgeht nichts!“ antwortete der Junge lächelnd. „Und an wen ging die zweite SMS?“ fragte der Alte. „Die zweite SMS?“ wiederholte der Junge überrascht und etwas verlegen, um nach kurzem Zögern fortzufahren: „Die zweite SMS ging an die IT“ und er gab zu verstehen, dass er dazu im Augenblick nicht mehr sagen wollte ...

Hier geht es zu den weiteren Teilen:

Teil 1: Profibus ist eine betriebsbewährte Technologie

Teil 2: Profibus – Diagnose leicht gemacht

Teil 3: Profibus – Gerätemanagement leicht gemacht

Teil 4: Profibus – für eine stabile Prozessführung

Teil 5: Profibus – Kompatibilität durch Zertifizierung

Teil 6: Profibus – Einfach und sicher im Ex-Bereich

Teil 7: Profibus – Kosten senken im Life Cycle

Teil 8: Profibus vereinfacht das Gerätemanagement

Teil 9: So wird die Netzwerkplanung mit Profibus leicht gemacht

Teil 10: Condition Monitoring mit Profibus PA

Teil 11: Profinet für die Prozessautomatisierung

Teil 12: Profibus – Wirtschaftlich im ganzen Lebenszyklus

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