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Plant Asset Management

So funktioniert effizientes und zukunftssicheres Plant Asset Management

| Autor/ Redakteur: Thomas Hilz, Deane Horn* / Dr. Jörg Kempf

Als Mitglied in Emersons Delta V Alliance Product Program erweitert Softing mit seinen Lösungen das intelligente Gerätemanagement von Emerson auf das gesamte Feld, bis hin zu Geräten von Drittanbietern. Lesen Sie, wer davon warum profitiert.

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Das FG-200 unterstützt alle Kommunikationsfunktionen von Foundation Fieldbus und ermöglicht damit unabhängig vom eingesetzten Leitsystem einen uneingeschränkten Zugriff auf alle Prozessdaten und Geräteparameter, wobei diese Informationen über Modbus oder FF-HSE zur Verfügung gestellt werden.
Das FG-200 unterstützt alle Kommunikationsfunktionen von Foundation Fieldbus und ermöglicht damit unabhängig vom eingesetzten Leitsystem einen uneingeschränkten Zugriff auf alle Prozessdaten und Geräteparameter, wobei diese Informationen über Modbus oder FF-HSE zur Verfügung gestellt werden.
(Bild: Softing)

Um den steigenden Anforderungen an Energieeffizienz und Flexibilität in der modernen Prozessfertigung gerecht zu werden, sind Informationen zu Prozessen und Anlagenzuständen erforderlich, die systemübergreifend ausgetauscht werden können. Um dies zu erreichen, müssen Sensoren, Geräte, Steuerungen und Produktionsanlagen durchgängig horizontal und vertikal miteinander vernetzt werden. Die Übertragung von Daten über den reinen Prozesswert hinaus und deren Integration in übergeordnete Systeme setzt eine digitale Kommunikation auf Basis interoperabler Standards voraus.

Der AMS Device Manager (Asset Management Software-Gerätemanager) von Emerson wird für die Inbetriebnahme, Diagnose und das Troubleshooting von Feldgeräten eingesetzt, die an Emerson-Prozessautomatisierungssysteme angeschlossenen sind. Er dient der vorbeugenden Instandhaltung und ermöglicht ein sicheres, durchgängiges Monitoring intelligenter Feldgeräte, um deren Zuverlässigkeit dauerhaft zu erhalten und Produktionsunterbrechungen oder gar ganze Stillstände zu vermeiden.

In Bereichen, in denen Produktionsausfälle durch verzögerte Inbetriebnahme und Anlagenausfälle schnell zu Verlusten in Millionenhöhe führen können, benötigen die Mitarbeiter genaue Echtzeitinformationen. Der AMS Device Manager als Bestandteil der Prozessautomationssysteme Delta V und Ovation macht dies möglich.

Direktzugriff auch auf schwer zugängliche Daten

Eine Problemstellung für Emerson bestand jedoch darin, wie intelligente Ventile und Transmitter mit AMS Device Manager überwacht werden können, die an Steuerungssysteme oder Steuerungen von Drittanbietern angeschlossen sind. Die Fehlersuche, Diagnose und Inbetriebnahme bei diesen Feldgeräten sollte ebenso problemlos möglich sein wie bei Geräten, die mit Delta V oder Ovation verbunden sind.

Für Emerson ergab sich also die Notwendigkeit, den AMS Device Manager auch an diese „gestrandeten“ Feldgeräte anzuschließen. Hier kam das Softing FG-200-Gateway ins Spiel, das mit Foundation Fieldbus H1-Geräten kommunizieren kann. Im Rahmen der Kooperation mit Softing entwickelte Emerson einen Treiber für die native Integration des FG-200 in den AMS Device Manager. Das FG-200-Gateway eignete sich besonders gut, da es Geräteredundanz und den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen unterstützt und den Anschluss von bis zu vier Foundation Fieldbus H1-Links in Steuerungs- und Plant-Asset-Management-Systeme mit Modbus-Unterstützung ermöglicht.

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Mithilfe des FG-200 konnte Emerson somit die Konnektivität des AMS Device Managers auf Foundation-Fieldbus-Geräte ausweiten, in denen Steuersysteme von Drittanbietern verwendet wurden. Das FG-200-Gateway ist heute ein bewährtes Produkt von Emersons Delta V Alliance Product Program. Emerson-Kunden können ihr Asset Management mithilfe des FG-200 auf Feldgeräte ausweiten, die nicht mit Emersons Delta V- und Ovation-Steuerungssystemen verbundenen sind.

Der AMS Device Manager von Emerson greift über das FG-200-Gateway direkt auf die Prozessdaten von Foundation-Fieldbus-Geräten zu, die mit Geräten und Steuerungssystemen von Drittanbietern verbunden sind. Unvorhersehbare Anlagenausfälle lassen sich auf diese Weise umfassender vermeiden, da jetzt ein uneingeschränkter Zugriff auf bis dahin nicht erreichbare Geräte gewährleistet ist. „Das ist ein enormer Vorteil, denn diese Daten sind auf konventionellem Wege nur schwer zugänglich, da sie im Leitsystem verarbeitet werden und nicht oder nur eingeschränkt für Fremdsysteme zur Verfügung gestellt werden“, so Marcos Peluso, Distinguished Technologist/Plant Web Technology bei Emerson in Eden Prairie.

Das FG-200 unterstützt alle Kommunikationsfunktionen von Foundation Fieldbus und ermöglicht damit unabhängig vom eingesetzten Leitsystem einen uneingeschränkten Zugriff auf alle Prozessdaten und Geräteparameter, wobei diese Informationen über Modbus oder FF-HSE zur Verfügung gestellt werden

Remote Asset Management durch Experten

Peluso sieht eine weitere Kundenherausforderung im Zusammenhang mit dem Asset Management. „Intelligente Instrumente, z.B. zunehmend auch Mobiltelefone, bieten eine Vielzahl neuer Zusatz- und Diagnosefunktionen, die den Kunden helfen, ihre Produktionsanlagen besser zu betreiben.“

Die meisten dieser Funktionen seien entwickelt worden, um die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Geräten zu erhöhen und gleichzeitig eine vorausschauende Wartung bzw. eine zügige Fehlerbehebung zu ermöglichen. „Das Problem ist, dass viele Unternehmen nicht immer Spezialisten in ihren Reihen haben, die in der Lage sind, diese Informationen zielführend zu nutzen.“ Sofern doch vorhanden, stünden diese auch nicht rund um die Uhr zur Verfügung oder müssen unter Umständen von weit her anreisen.

Der AMS Device Manager ermöglicht zusammen mit dem FG-200 einen Fernzugriff auf die Feldgeräte zu Diagnosezwecken von überall auf der Welt. Von besonderem Wert ist dies insbesondere bei komplexen Geräten, die anspruchsvollere ­Diagnosedaten bereitstellen, wie Stellungsregler für Ventile, Schwingungsüberwachungsgeräte und Überwachungsgeräte für große Komponenten wie Wärmetauscher, Pumpen, Kompressoren, Lüfter und Kühltürme. Mittels Fernzugriff auf relevante Daten und deren Analyse können Zeit und Geld eingespart sowie Produktionsausfälle verhindert werden.

„Eine genaue Berechnung der Kostenreduzierung ist allerdings nicht einfach, da sie von vielen Komponenten, der Art der Anwendung und der Ausrüstung abhängt“, weiß Peluso. „Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass durch die gezielte Verarbeitung der Daten Ventilausfälle vermieden und so die Abschaltung einzelner Komponenten oder ganzer Anlagen für mehrere Tage verhindert wurde. Ein derartiges Szenario würde unter Umständen Millionen Dollar an verlorenen Einnahmen und anfallenden Kosten für die Reparatur nach sich ziehen.“

Die Fernanalyse kann aus verschiedenen Gründen wertvoll sein. Erfahrene Experten im Unternehmen können bei der Diagnose von Feldgeräten und bei der Fehlerbehebung eine zweite Meinung beisteuern und auf diese Weise Mitarbeiter vor Ort unterstützen, die über weniger Erfahrung verfügen. Über Fernzugriff können außerdem Emerson Connected Services dort eingesetzt werden, wo das Unternehmen nicht über eigene Arbeitskräfte verfügt, um seine intelligenten Feldgeräte angemessen zu verwalten.

Fazit: Der AMS Device Manager in Verbindung mit DeltaV und Ovation ist eine leistungsstarke Kombination für die Verwaltung intelligenter Ventile und Transmitter, mit der Wartungskosten gesenkt und die Geräte-Zuverlässigkeit gesteigert werden. Das FG-200-Gateway ermöglicht die umfassende Überwachung von Feldgeräten mit dem AMS Device Manager über die mit Delta V und Ovation verbundenen Geräte hinaus. Zusätzlich erlaubt es den Fernzugriff auf intelligente Feldgeräten. Dies sichert eine durchgängige, horizontale und vertikale Vernetzung und den reibungslosen Datenaustausch ohne Informationsverluste.

* T. Hilz ist Strategic Account Manager, Softing Industrial Automation, Haar; D. Horn ist Director of Product Management, Softing North America.

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