Verkehr und Logistik Satellitengestützte Anwendungen für die Logistikbranche

Redakteur: azubi653

Galileo Galilei hätte seine Freude an Magdeburg. Denn immerhin befindet sich dort eine der modernsten Testeinrichtungen für Ortung, Navigation und Kommunikation in Verkehr und Logistik Deutschlands: das Entwicklungslabor des Galileo-Testfelds Sachsen-Anhalt.

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Moderne, satellitengestützte Ortungstechnologien können Umschlagprozesse an Logistikhubs deutlich effizienter gestalten. Als Ergänzung zum Entwicklungslabor im Wissenschaftshafen lassen sich auf der Logistik-Plattform im Magdeburger Hafen die Technologien unter realen Bedingungen untersuchen. (Bild: Foto: Dirk Mahler/Fraunhofer IFF)
Moderne, satellitengestützte Ortungstechnologien können Umschlagprozesse an Logistikhubs deutlich effizienter gestalten. Als Ergänzung zum Entwicklungslabor im Wissenschaftshafen lassen sich auf der Logistik-Plattform im Magdeburger Hafen die Technologien unter realen Bedingungen untersuchen. (Bild: Foto: Dirk Mahler/Fraunhofer IFF)

Sachsen-Anhalt ist seinem Anspruch, »Frühaufsteherland« zu sein, einmal mehr gerecht geworden. Grund ist das im März eröffnete Galileo-Testfeld, das in dieser Art deutschlandweit einzigartig ist. Mit ihm sollen gezielt Entwicklungen und Innovationen im Verkehrs-, Mobilitäts- und Logistiksektor unterstützt werden, um die Potenziale des europäischen Satellitennavigationssystems sowie weiterer satellitengestützter und terrestrischer Ortungs-, Navigations- und Kommunikationssysteme zu erschließen.

Federführend sind hier die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF und das Institut für Automation und Kommunikation ifak. Gemeinsam mit weiteren Wirtschafts- und Forschungspartnern entwickeln und testen sie modernste satellitengestützte Anwendungen für die Logistikbranche, den öffentlichen Nahverkehr und funkgestützte Kommunikationslösungen. Mit diesem bundesweit modernsten Testfeld können sich die Partner in Magdeburg weiter als bedeutendes Kompetenzzentrum für innovative Logistik- und Verkehrssysteme etablieren.

Die Infrastruktur des Testfeldes erstreckt sich über die Städte Magdeburg und Halle (Saale). Die zum Labor gehörende Messhalle und das Freigelände befinden sich im Magdeburger Wissenschaftshafen und damit in unmittelbarer Nähe zum Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF: Einem wichtigen Forschungspartner des Galileo-Testfeldes.

Kontinuierliche Warenverfolgung als Mittelpunkt der Frauenhofer-Forschung

Im Mittelpunkt der Fraunhofer-Forschung steht die kontinuierliche Warenverfolgung in Logistik- und Transportunternehmen. Mit regionalen und überregionalen Partnern arbeitet das Fraunhofer IFF schon seit Jahren daran, mit intelligenter Logistik Warenketten sicherer zu machen. Weil zunehmend feste Lagerkapazitäten auf die Straße verlagert werden, steigen sowohl die Anzahl der Transportvorgänge als auch der Wert der transportierten Waren und Güter, weshalb auch die Anforderungen an einen gesicherten Güter- und Warentransport stetig wachsen. Problemstellungen der Warensicherheit ergeben sich dabei sowohl im Bereich der Transporte als auch an den Umschlagsknoten. So ist nach Einschätzungen namhafter Logistikunternehmen davon auszugehen, dass 80% der Unregelmäßigkeiten innerhalb der Transportkette im Bereich der Umschlagsknoten auftreten – diese sind sowohl prozessual bedingt, als auch auf gezielte Eingriffe zurückzuführen. Gravierender ist der Anteil gezielter Eingriffe noch im Bereich der Straßentransporte. So zeigen Studien, die vom Europäischen Parlament in Auftrag gegeben wurden, dass der wirtschaftliche Schaden, der durch Frachtdiebstähle entsteht, jährlich mehrere Milliarden Euro umfasst und nach Aussagen der Transported Asset Protection Association (TAPA) weiter ansteigt.

Einen Lösungsansatz, um den wachsenden Anforderungen an einen gesicherten Güter- und Warentransport zu begegnen, stellt eine kontinuierliche, echtzeitbasierte Warenüberwachung mit Angaben zu aktuellen Positionen und Warenzuständen dar. Somit ist sowohl im Um-schlagsknoten das Vorhalten intelligenter Infrastrukturen, als auch im Bereich der Transporte der Einsatz intelligenter Transportmittel notwendig, um eine durchgängige Warenverfolgung und -überwachung gewährleisten zu können. Dies wird durch gezielte Anforderungen einzelner Güterbranchen untermauert. So im Bereich der Kühl- und Frischewaren mit dem Nachweis von Herkunft und Einhaltung der spezifischen Temperaturgrenzen, als bspw. auch im Bereich der Elektronikindustrie. So hat beispielsweise der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) im November 2009 einen Leitfaden zur »Identifikation und Traceability in der Elektro- und Elektronikindustrie« für die gesamte Wertschöpfungskette veröffentlicht, welcher auch die Lieferketten betrachtet.

Um eine solche kontinuierliche Überwachung von Gütern und Waren entlang der Supply Chain zu realisieren, werden am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Lösungen zur Identifikation und Ortung entwickelt und im Galileo-Testfeld erprobt. Dafür stehen umfassende Mess- und Simulationseinrichtungen zur Verfügung. Die wissenschaftlichen Tests können sowohl im Laborbetrieb, als auch im realen Verkehrsgeschehen, bezie-hungsweise im Umfeld realer Logistikprozesse durchgeführt werden. So ist auch der Kooperationspartner Magdeburger Hafen GmbH in Fragestellungen der Ortung und Identifikation logistischer Objekte im produktiven Umfeld des Hansehafens integriert.

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