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60 Millionen Euro Investition Saltigo erweitert Zentrales Technikum Organisch

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Um Synthesekapazitäten um ein Drittel zu steigern, investiert Saltigo aktuell rund 60 Millionen Euro in seine Produktionsanlagen am Standort Leverkusen. Die schwerpunktmäßig im Zentralen Technikum Organisch (Zeto) laufenden Um- und Ausbauarbeiten liegen im Plan. Das Projekt soll Ende 2017 abgeschlossen sein

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„In den vergangenen Jahren haben wir viele Aufträge gegen Wettbewerber aus Asien gewonnen – trotz der viel zitierten Standortvorteile der Asiaten. Anstatt uns aus Deutschland zurückzuziehen, investieren wir hier“, sagt Torsten Derr, Geschäftsführer von Saltigo.
„In den vergangenen Jahren haben wir viele Aufträge gegen Wettbewerber aus Asien gewonnen – trotz der viel zitierten Standortvorteile der Asiaten. Anstatt uns aus Deutschland zurückzuziehen, investieren wir hier“, sagt Torsten Derr, Geschäftsführer von Saltigo.
(Bild: Saltigo)

Leverkusen – Das Zeto ist von zentraler Bedeutung für Saltigo. Aktuell wird dort jährlich in einer Kombination von 70 flexibel verschaltbaren Reaktormodulen und zehn Feststoffisolierungsstraßen eine Vielzahl von Produkten hergestellt, im Maßstab von unter 100 kg bis in den Bereich von mehreren tausend Tonnen. Charakteristisch für das Zeto ist das breite Portfolio an technischer Ausrüstung sowie an verfügbaren Synthesetechnologien, die sich fast beliebig kombinieren lassen.

Dazu zählen chemische Kernkompetenzen wie Chlorierungen, Fluorierungen, Hydrierungen und Tieftemperaturreaktionen bis -100 °C. Metallorganische sowie homogen katalysierte Reaktionen oder enzymkatalysierte Syntheseschritte ergänzen das Angebot. Das Technologieportfolio wird in Zusammenarbeit mit Forschungsabteilungen und in Kooperationen mit Universitäten ständig erweitert und an die Anforderungen der Kunden angepasst.

Hohe Nachfrage nach Saltidin

Eine der Maßnahmen im Rahmen des Investitionsprojekts ist die angekündigte Steigerung der Produktionskapazitäten für das Mückenrepellent Saltidin. Dazu soll bis zum Frühjahr 2017 der Betrieb in Dormagen ausgebaut werden. Das Insektenrepellent mit dem Freinamen Icaridin erlebt als Folge des sich inzwischen weltweit verbreitenden Zika-Virus einen großen Nachfrageanstieg. Derr erläutert: „Wir haben die Nachfrageentwicklung frühzeitig erkannt und rechtzeitig begonnen, unsere Produktionskapazitäten den Markterfordernissen anzupassen. Wir sind überzeugt, so nicht nur die unverändert hohe Nachfrage in Brasilien und den USA, sondern auch den steigenden Bedarf in Europa befriedigen zu können,“ erläutert Torsten Derr, Geschäftsführer der Saltigo

Chemisch gesehen ist Saltidin 1-(1-Methylpropoxycarbonyl)-2-(2-hydroxyethyl)piperidin. Der Wirkstoff ist geruchsneutral, nicht hautreizend oder sensibilisierend und klebt nicht auf der Haut. Er ist gut für die unterschiedlichsten Formulierungen und Darreichungsformen von Insektenschutzmitteln geeignet und wird von zahlreichen Herstellern solcher Produkte weltweit genutzt.

Kein Insektengift

Das Zika-Virus wird von Stechmücken übertragen. „Saltidin wehrt diese Insekten ab, indem es deren Geruchsrezeptoren beeinflusst und so Menschen nicht mehr als „Blutspender“ erkennen lässt. Der Saltigo-Wirkstoff ist kein Insektengift und daher bei sachgemäßer Anwendung auch für Menschen unbedenklich“, sagt Dirk Sandri, Leiter Marketing Fine Chemicals bei Saltigo.

Dies ist zusätzlich zur guten Hautverträglichkeit ein besonderer Produktvorteil. Mückenabwehr-Substanzen wie Icaridin werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausdrücklich empfohlen, um insbesondere Schwangere und stillende Mütter beim Aufenthalt in Endemiegebieten vor einer Infektion zu schützen. Zika-Viren sind die Auslöser der schweren Schädelfehlbildung Mikrozephalie bei Neugeborenen.

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