Unternehmensführung

Roche gibt Pläne zur Umsetzung der „Operational Excellence“-Initiative bekannt

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Der Stellenabbau soll im Wesentlichen in der Division Pharma erfolgen und hier mit den Schwerpunkten in der weltweiten Vertriebsorganisation und im Produktionsnetzwerk:

  • In der weltweiten Vertriebs- und Marketingorganisation ist ein Abbau von insgesamt 2650 Stellen geplant. Hauptgründe dafür sind der bereits kommunizierte Rückschlag beim Diabetes-Medikament Taspoglutide und die damit verbundenen strukturellen Anpassungen in den Vertriebsorganisationen (insbesondere für Allgemeinmedizin), vor allem in den USA und in Europa.
  • In der Produktion sollen aufgrund von Effizienz- und Produktivitätssteigerungen Aktivitäten in Kalifornien (USA), in Mannheim (Deutschland) und anderen Produktionsstandorten im weltweiten Netzwerk reorganisiert werden, was zu einem Stellenabbau in Höhe von 750 Stellen führen wird. Außerdem sollen für die Standorte Florence und Boulder (beide USA) Käufer gesucht werden. Davon sind weitere 600 Stellen betroffen.
  • In der Produktentwicklung ist geplant, bestimmte Aufgaben im Bereich der späten Entwicklung einzustellen, beziehungsweise – vor allem von den USA - an andere Standorte innerhalb der Roche-Gruppe oder an Drittunternehmen zu verlagern, um insgesamt die Produktivität zu erhöhen. Von dem geplanten Abbau und der geplanten Verlagerung sind etwa 800 Stellen betroffen.
  • Nach einer umfassenden Überprüfung des Portfolios sollen innerhalb der Forschung und frühen Entwicklung bestimmte Aktivitäten, insbesondere die RNA-Interferenz-Forschung in Kulmbach (Deutschland) sowie Nutley und Madison (beide USA) eingestellt werden. Ferner ist geplant, verschiedene interne Funktionen neu zu organisieren, um Mittel für anstehende Phase II Studien neuer Wirkstoffe freizumachen. Der geplante Stellenabbau beträgt etwa 600 Stellen.
  • In der Division Diagnostics soll durch die Konsolidierung von drei Standorten die Kostenstruktur sowie die Zusammenarbeit innerhalb der Bereiche Entwicklung und Produktion weiter optimiert werden.
  • Es ist geplant, den Standort in Graz (Österreich) zu schließen und die entsprechenden Funktionen im Bereich Blutgasdiagnostik in Rotkreuz (Schweiz) zu integrieren, wo sich bereits heute das weltweite Zentrum für die Geschäftseinheit Professional Diagnostics befindet.
  • Im Bereich Diabetes Care wird ein Grossteil der Aktivitäten in Mannheim (Deutschland) konzentriert, wo sich das globale Zentrum für diese Geschäftseinheit befindet. Forschung und Entwicklung von Insulinpumpensystemen werden von Burgdorf (Schweiz) nach Mannheim verlagert und die Produktion mit der Zeit an Dritte ausgelagert. Nach Abschluss der Transfermaßnahmen soll der Standort Burgdorf geschlossen werden.
  • Die chemische Produktion und Analytik sollen vom Standort Mannheim nach Penzberg (beide Deutschland) verlagert werden.

Roche hat angekündigt, dass hierzu umgehend der Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen aufgenommen und die entsprechenden Konsultationen in transparenter und konstruktiver Weise geführt werden sollen. Ziel ist es, den geplanten Stellenabbau in sozial verantwortlicher Weise durchzuführen. Dazu gehört auch, die betroffenen Mitarbeitenden so früh wie möglich zu informieren und entsprechende Unterstützungsangebote zur Verfügung zu stellen.

Unveränderter Fokus auf Innovation

Trotz des sich verändernden Marktumfeldes und der Produktrückschläge im laufenden Jahr implementiert Roche nach eigenen Angaben diese Initiative aus einer Position der Stärke. Mit der Verknüpfung von Pharma und Diagnostics und der ausgewiesenen Expertise in der Molekularbiologie ist der Konzern in der Lage, das Konzept der personalisierten Medizin umzusetzen, um wirksamere und verträglichere Medikamente anbieten zu können.

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