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Abgasreinigung

Ozon-Technologie reduziert Stickoxide

| Redakteur: Kristin Breunig

Stickoxide entstehen bei Verbrennungsprozessen fossiler Energieträger. Sie gelten als unerwünschte Nebenprodukte. Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid schädigen die Atemwege und sind für die Entstehung von Sommersmog mitverantwortlich. Das von Linde entwickelte Lotox-Verfahren soll einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion von Stickstoff-Emissionen aus industriellen Abggasströmen leisten.

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Lotox lässt sich mit geringem Aufwand in einer kontrollierten Temperaturzone des bestehenden Nass- und Trocken-Gaswäscher-Systems installieren.
Lotox lässt sich mit geringem Aufwand in einer kontrollierten Temperaturzone des bestehenden Nass- und Trocken-Gaswäscher-Systems installieren.
(Bild: Linde)

Die auf Ozon basierende Technologie Lotox zur Abgasreinigung soll herkömmliche Verfahren in punkto Flexibilität und Leistungsfähigkeit übertreffen, so Linde. Bei dem Niedertemperatur-Oxidationsverfahren wird Ozon im Temperaturbereich von unter 150 °C in einen Rauchgasstrom eingeblasen, um unlösliches Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid (NO und NO2 werden als NOx zusammengefasst) selektiv zu hochlöslichem Distickstoffpentoxid (N2O5) zu oxidieren. Das N2O5 wird dann in einem Trocken- oder Nass-Gaswäscher zusammen mit anderen Schadstoffen ausgewaschen und bildet schwach salpetersaures Abwasser, das in Anlageprozessen verwendet oder vor der Einleitung neutralisiert wird. Überschüssiges Ozon wird im Gaswäscher vernichtet. Mit Lotox können NOx-Werte kleiner 100 mg/Nm3 erreicht werden. Dabei arbeitet das Verfahren, insbesondere bei stark mit Partikeln und säurehaltigen Gasen verunreinigten Abgasen, als auch bei großen Schwankungen der NOx-Werte in den Abgasströmen, zuverlässig.

Lotox arbeitet mit moderaten Temperaturen und wird erst im Anschluss an den Verbrennungsprozess eingesetzt. Die Technologie lässt sich in einer kontrollierten Temperaturzone des bestehenden Nass- und Trocken-Gaswäscher-Systems installieren. Mit Lotox will Linde das Portfolio der gängigen Lösungsmöglichkeiten zur Stickoxidreduzierung erweitern. Vorteile des Systems zeigten sich insbesondere, wenn niedrige NOx-Werte erreicht werden müssen, vorhandene SCR/SNCR-Systeme an der Leistungsgrenze sind (als nachgeschaltete „Booster“-Technologie mit geringem Nachrüstaufwand), Staub im Abgas stört, Ammoniak-Schlupf ein Problem ist und moderate NOx-Werte im Eingangsstrom vorliegen.

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