Excellence-Offensive bei Rottendorf Pharma

Operational Excellence – Wichtiger Baustein bei Rottendorf Pharma

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Mit der Roadmap ans Ziel

Um das angestrebte Ziel jederzeit vor Augen zu haben, wurde eine auf die Vision zugeschnittene Roadmap entwickelt, in deren Zentrum die Planung und Nachverfolgung der OE-Kompetenzentwicklung steht. Die Inhalte der Roadmap werden im Rahmen der jährlichen Zieldefinitionen geprüft und bei Bedarf auch angepasst, um eine Kongruenz mit den Unternehmenszielen zu gewährleisten. Im ersten Jahr (2010) stand neben der Gründung der Abteilung OE die Einführung von Lean Six Sigma-Methoden im Fokus. Hierbei konzentrierte sich Rottendorf Pharma zunächst auf die Einführung von Lean-Methoden wie 5S, Wertstromanalysen (VSM), Schnelles Umrüsten (SMED) sowie Process Mapping (PM) und Standardisierung von Prozessen. Mit der Wahl dieser Tools wurde eine Wissensbasis über das gesamte Unternehmen, sowohl in den produzierenden als auch in den administrativen Bereichen, gelegt. Ab Mitte 2010 wurde parallel mit der Implementierung von Six Sigma begonnen. Im laufenden Jahr sollen die derzeitigen Prozesse vertieft sowie weitere Anwendungen, wie die Messung und Verbesserung der Anlageneffizienz (OEE), Total Productive Maintanance (TPM), Fehlervermeidung (Poka Yoke) und andere Tools eingeführt werden. Das Jahr 2012 steht im Zeichen der Integration von Kunden und Lieferanten. Der erwartete finanzielle Benefit über den Drei-Jahres-Zeitraum liegt bei über drei Millionen Euro.

Das der Vision und der Roadmap zugrunde liegende Schulungskonzept schließt sowohl die Ausbildung des OE-Support-Teams als auch die Ausbildung von Mitarbeitern aus den Fachabteilungen ein. Während Schulungen in neuen Tools sowie die Six Sigma-Schulungen durch das externe Beratungshaus durchgeführt werden, führt das OE-Support-Team den so genannten Whitebelt-Workshop für neue Projektleiter durch. Hierbei werden Basis-Kenntnisse zu den Themen Lean Six Sigma, Projektmanagement sowie Problemlösung vermittelt. Im Anschluss daran werden gegebenenfalls projektspezifisch weitere Lean-Methoden an die Projektleiter weitergegeben. Die Auswahl und Benennung neuer Projektleiter erfolgt durch das Senior Management. Als Grundsatz gilt hier: Keine Schulung wird ohne ein aktuelles Projekt durchgeführt und es erfolgt keine abschließende Zertifizierung zum Whitebelt ohne die absolvierte Schulung sowie das abgeschlossene Projekt. Daneben wird bei Rottendorf Pharma viel Wert auf die Vermittlung von Soft Skills gelegt. Hierzu wurden Programme für das Senior- und das mittlere Management sowie die Projektleiter definiert.

Fazit

Und wo steht Rottendorf Pharma heute, nach 1,5 Jahren Operational Excellence? Rottendorf Pharma ist sicherlich noch lange nicht am Endziel angekommen; auch ist sicherlich nicht alles glatt und in dem Tempo verlaufen, wie es sich das Unternehmen zu Beginn der Aktivitäten erhofft hat. Gleichwohl ist die sprichwörtliche Sau immer noch da: Der Start sowie die ersten Schritte zu dem angestreb-ten nachhaltigen Kulturwechsel wurden erfolgreich umgesetzt. Zahlreiche Projekte und Aktionen wurden gewinnbringend durchgeführt, die Ziele und nächsten Schritte sind definiert. Damit ist Rottendorf Pharma in der Lage mithilfe von OE und Lean Six Sigma die volle Prozessverantwortlichkeit für alle technischen und Supply Chain-Prozesse zu übernehmen.

* Die Autorin ist Director Operational Excellence bei Rottendorf Pharma, Ennigerloh.

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