Bisher mussten Pumpen vor allem sicher, langlebig und schonend Medien fördern – doch in Zeiten von Energiekrise und Effizienzdebatte rückt zunehmend der Energiehunger der Strömungsmaschinen ins Visier. Geht da noch mehr? Pumpenspezialisten glauben, dass das Potenzial gerade von Membranpumpen noch nicht ausgereizt ist...
Aufgrund ihrer Effizienz rücken deshalb auch pneumatische Doppelmembranpumpen immer weiter in den Fokus.
(Bild: Timmer)
Sicher, zuverlässig und standfest - so liest sich der Wunschzettel der Anlagenbetreiber, geht es um die Fluidik. Keine allzu große Überraschung, sollen doch die Aggregate vor allem die Produktion mit ihren Medien- und Rohstoffströmen am Laufen halten. Doch nicht erst seit Ukraine-Krieg und Energiepreis-Schock rückt das Thema Effizienz auf der Agenda nach vorne. Und da, sind sich Betreiber, Hersteller und Anlagenbauer überraschend einig, ist noch Luft nach oben.
„Bislang waren die Hauptanforderungen an Doppelmembranpumpen Prozesssicherheit, Langlebigkeit sowie eine geringe Pulsation“, erklärt Frederic Engels, Verkaufsleiter beim Pumpenhersteller Timmer. Jetzt drängt das Thema Energieeffizienz mit Macht zurück - nicht zuletzt, weil die Politik auf Zuckerbrot und Peitsche setzt: Großzügige Fördertöpfe hier, strengere Gesetze und CO2-Grenzwerte da. Kein Wunder, dass die Branche bewährte Aggregate hinterfragt. Geht es (noch) etwas besser?
Bildergalerie
„Wir können in der Regel den Energieeinsatz im Vergleich zu üblichen Lösungen um die Hälfte reduzieren“, glaubt zumindest Frederic Engels. Die Firma Timmer setzt dazu auf pneumatische Doppelmembranpumpen, bei denen druckluftbetriebene Membranen das Medium in und aus der Pumpenkammer fördern.
Pneumatisch oder Elektrisch: Pumpen im Vergleich
Damit stehen Membranpumpen natürlich in Konkurrenz zu elektrisch angetrieben Aggregaten: „Ein direkter Effizienzvergleich dieser Systeme ist allerdings nicht pauschal möglich“ erklärt Timmer-Produktmanager Stefan Anstöter. Entscheidend seien – wie so oft – die Rahmenbedingungen: „Bei der Förderung geringer Mengen bei gleichzeitig hohem Druck von bis zu sechs Bar, weist die pneumatische Doppelmembranpumpe beispielsweise einen deutlich höheren Wirkungsgrad auf als eine herkömmliche Kreiselpumpe“ so der Pumpenspezialist.
Die Pumpen-Veranstaltungen 2023
Haben sie es gewusst? 2023 wird ein Pumpen-Jahr! Los geht es mit der Pumps & Valves in Dortmund (29. Bis 30. März 2023) mit rund 450 Ausstellern in vier Hallen auf dem Gelände der Messe Dortmund. Im April folgt der Pump Plaza auf der Hannover Messe (17. Bis 21. April 2023), bevor im Herbst mit der Pumps & Valves Rotterdam (04. Bis 05. Oktober 2021) und der Nürnberger Brau-Beviale (28. Bis 30. November) das Fluidik-Jahr abschließt. Ein besonderes Highlight für Pumpenexperten ist dabei die zwanzigste Auflage des Pumpenforums im Rahmen der Förderprozessforen der PROCESS: Vom 20. Bis 21. November treffen sich wieder Fachleute aus Planung, Instandhaltung und Betrieb zu zwei Tagen intensiven Austausch, Workshops und Ausstellung in Würzburg. Mit dabei: Praxisnahe Vorträge rund um Schüttgut-Handling, Pumpentechnik, Förderprozesse und -systeme sowie konkrete Lösungen und technische Entwicklungen zum Megathema Wasserstoff.
Es kommt eben darauf an, was und wie gefördert werden soll: Elektrische Strömungsmaschinen haben gerade bei leichtfließenden Medien wie Wasser die Nase vorn. Wird es zäh - etwa bei Farben, Pasten oder Lacken – punkten Verdrängerpumpen wie etwa pneumatische Membranpumpen. Diese sind außerdem – da sie keinen elektrischen Antrieb haben – gerade in zündfähigen Atmosphären oder Gefahrenzonen inhärent sicherer. Das macht nicht zuletzt Planung, Montage und Betrieb auch für nicht speziell für den Einsatz elektrischer Systeme im Ex-Zonen qualifiziertes Personal umsetzbar.
Effizienz ist gefragt: Ventile bringen Membranpumpen voran
Doch auch Membranpumpen sind nicht gleich Membranpumpen: „Ein möglichst effizientes Pneumatikventil sowie die besonders gestaltete Geometrie der Pumpe sind entscheidend“, erklärt Stefan Anstöter. Deswegen setzt etwa Timmer statt einem zylindrischen Steuerventil einen keramischen Schieber ein, der eine verschleißarmes und effizientes Schaltverhalten ermöglicht.
Ebenfalls hilfreich ist, wenn die Membranen nur kurze Wege zurücklegen müssen: "Bei vielen Konstruktionen muss die Membran bei jedem Hub weitere Wege zurücklegen“, erklärt der Pumpen-Produktmanager. Dieses permanente „Umkrempeln“ in die eine oder andere Richtung sorgt für Stress im Membranwerkstoff. Besser, wenn diese Auslenkung durch kurze Hübe reudziert wird: Durch die geringere Hubstrecke bei verdoppelter Hubanzahl wird das Material bedeutend weniger beansprucht, was sich nach Anstöter direkt in Punkto Lebensdauer bemerkbar macht. "Dadurch haben wir sehr lange Membranstandzeiten – um einen Faktor von bis zu vier Mal mehr gegenüber herkömmlichen Systemen.“
So viel investiert die chemisch-pharmazeutische Industrie in Umweltschutz
Druckluft sparen leicht gemacht: Pumpen können noch besser werden
Auch Frederic Engels ist überzeugt: Wer effizient schaltet, spart Druckluft ein und damit Energie und Geld. Praxisvergleiche ergaben, dass mit Keramikschiebern ausgestattete Aggregate bis zu 50 Prozentweniger Luft benötigen - das entspräche etwa bei einer typischen 1/2-Zoll-Pumpe einem Gegenwert von bis zu 600 Euro pro Jahr. Überschaubar? Vielleicht. Betrachtet man aber die Anzahl von Pumpen selbst in mittleren Unternehmen der Prozessindustrie kommen schnell erhebliche Beträge zusammen.
Sicher, effizient, schonend und gut zu überwachen, fasst der Pumpenexperte den Wunschzettel der Betreiber zusammen. Pneumatisch oder nicht - Energieeffizenz und Nachhaltigkeit sollten auch mit die Agenda, so Engels. Denn da ist noch Luft nach oben - die Pumpenspezialisten jedenfalls stünden mit passenden Lösungen bereit.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.