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Wireless-Technologien

Neue Wireless-Technologien für die Prozessautomatisierung

10.07.2009 | Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Das größte Potenzial für Wireless-Anbindungen findet sich in schwer zugänglichen Anwendungen, etwa Tanklager, deren Informationen bislang aus Kostengründen nicht eingebunden wurden.
Das größte Potenzial für Wireless-Anbindungen findet sich in schwer zugänglichen Anwendungen, etwa Tanklager, deren Informationen bislang aus Kostengründen nicht eingebunden wurden.

Noch vor einem halben Jahr trat die Prozessindustrie Funklösungen eher zögerlich entgegen. „Fehlende Standards, nur für Einzelfälle oder zu viel Unsicherheiten“, lauteten die Einwände. Nachdem WirelessHart im vergangenen Jahr als ein Standard in der Funktechnologie festgelegt wurde, hat sich der Wind gedreht. Die Hersteller reagierten mit einer Produktoffensive und zeigten auf der Achema erstmals eine breitere Auswahl an Wireless-Technologien für die Prozessautomatisierung.

Seit im Juli 2008 die Spezifikation von WirelessHart freigegeben wurde, arbeiten die Hersteller mit Hochdruck an Geräten für die drahtlose Übertragung von Daten in der Prozessindustrie. Erste Ergebnisse konnten die Besucher auf der Achema sehen: Beispielsweise Geräte aus dem Joint-Development zwischen Endress+Hauser und Pepperl+Fuchs. Während das WirelessHart-Gateway als zentrale Netzwerkkomponente dient, lässt sich mithilfe des WirelessHart-Adapters jedes Hart-basierte Feldgerät drahtlos betreiben. „Um zu zeigen, dass der Adapter gerade für ungewöhnliche Messsituationen geeignet ist, haben wir ihn auf unser Korrosionsmessgerät CorrTrans montiert“, erklärt dazu Gerrit Lohmann vom Produktmanagement Interfacetechnik bei Pepperl+Fuchs. Darüber hinaus stellte das Unternehmen auch einen WirelessHart-Temperaturmessumformer vor.

Endress+Hauser (E+H) zeigte dagegen ein ganzes WirelessHart-Netzwerk mit vielen über den eigenen Messestand verteilten Messgeräten sowie auf dem Nachbarstand der Firma Samson zwei Stellungsregler kombiniert mit Adaptern von E+H, um Diagnosedaten über den Zustand des Ventils, etwa die Anzahl der Hübe, zu liefern. Alle Geräte sollen ab Spätsommer einsatzbereit sein. „Technische Hürden gibt es keine mehr“, stellt Dr. Andreas Rampe, Produktmanager Wireless bei E+H, klar.

Auch alle anderen ausstellenden Ausrüster präsentierten sich in Frankfurt mit fertigen Produkten oder zumindest Prototypen. So ist man bei Turck nun in der Lage, mit Data Radio nicht nur RS 232- oder RS485-Protokolle zu übertragen, sondern z.B. auch ein Profibusprotokoll. Das Data Radio ersetzt das Kabel, unabhängig davon, wie über das Kabel kommuniziert wird, und überträgt das Protokoll drahtlos unverfälscht in das Leitsystem. Nach Auffassung von Ryan Kromhout, Leiter Produktmanagement Prozessautomation bei Turck, eröffnet dies „ungeahnte Möglichkeiten, sei es in Abfüllstationen, aber auch für Anwendungen, wo bislang eine Automatisierung zu teuer war.“ Das Mülheimer Unternehmen sieht zudem großes Potenzial im nachträglichen Ausstatten von Antrieben mit einer batteriebetriebenen Ventilstellungsrückmeldung. Dafür steht nun eine Kombination aus drahtloser Kommunikation und dem hauseigenen Doppelsensor bereit, der die Stellung nahezu jedes Antriebs in der Prozessautomatisierung erfassen kann.

Spürbare Aufbruchstimmung

„Bisher reagierten die Anwender beim Thema Wireless eher zurückhaltend, umso spannender wird es jetzt, wenn es wirkliche Produkte gibt“, zeigte sich auch Hans-Georg Kumpfmüller, Leiter der Sparte Sensors and Communication bei Siemens, in Aufbruchstimmung.

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