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Wireless-Technologien

Neue Wireless-Technologien für die Prozessautomatisierung

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Bei der Frage, welcher Standard der bevorzugte sein wird, geben sich die meisten Hersteller pragmatisch, oder wie es Turck-Mitarbeiter Kromhout formuliert: „Wir müssen das anbieten, was der Kunde wünscht.“ Dabei setzen die Hersteller durchaus auf proprietäre Lösungen. Kromhout: „Damit können wir viele Daten von kleineren Anwendungen, wie Temperatur- und Feuchtemessungen, sammeln und übertragen. Diese Daten lassen sich anschließend einfach über Standards, wie TCP/IP, in jedes gängige Leitsystem einspeisen.“ Gleichzeitig ist das Unternehmen aber auch den aktuellen Entwicklungen gegenüber offen und bereitet derzeit ein Drop-in-Modul vor, das das proprietäre Protokoll auf ein WirelessHart-Protokoll adaptiert.

„Neben dem WirelessHart-Gateway und -Adaptern stellen wir unser eigenes proprietäres System Trusted Wireless zur Verfügung, weil wir damit die Möglichkeit haben, aktuelle Probleme zu lösen. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass es einfach keine Lösung gibt, die für jede Applikation geeignet ist“, erklärt Phoenix-Mann Brasas. Mit Trusted Wireless lassen sich sowohl Punkt-zu-Punkt- als auch Pipeline-Verbindungen bis hin zu komplexen „Meshnetzwerk“-ähnlichen Strukturen mit bis zu 255 Teilnehmern aufbauen.

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Die Unsicherheit der Anwender bezüglich des Standards ist den Herstellern durchaus bewusst. So ist man bei Siemens davon überzeugt, dass sich die Anwender erst vollends entscheiden, wenn sie beide Systeme getestet haben, und das wird bei ISA SP100.11a sicher erst in einem Jahr möglich sein. Kumpfmüller: „Die Kunden und Hersteller wünschen sich jedoch nur einen Wireless-Standard. Neben anderen Fakten spricht vor allem für WirelessHart, dass es dafür bereits Produkte von vielen bedeutenden Leitsystem- und Geräteherstellern gibt, von der ISA SP100.11a bisher aber nur eine Spezifikation.“

Das letzte Wort scheint jedoch noch nicht ganz gesprochen. „ISA SP100.11a berücksichtigt in größerem Maß die Koexistenz der Netzwerke. Dadurch lassen sich zukünftige Entwicklungen, etwa Wireless Profibus oder Wireless Fieldbus Foundation, berücksichtigen und diese ohne Probleme in seine bisherige Architektur einbinden“, bricht Kromhout noch eine Lanze für die SP 100. Aufgrund der technischen Details in den beiden gegenwärtig propagierten Standards sieht man auch bei Honeywell vielfältige technologische Vorteile auf Seiten des ISA 100.11a Standards. Nach der kürzlich erfolgten positiven Abstimmung der ISA-Arbeitsgruppe und der formalen Freigabe des erweiterten Wireless-Standards durch die ISA werden nach Einschätzung von Honeywell-Experte Fittler voraussichtlich Ende 2009 erste Komponenten für diesen Standard am Markt verfügbar sein. Fittler geht daher von einer breiten Entwicklung und raschen Verbreitung von Komponenten auf dieser Plattform aus. So hätten bereits mehr als 15 Hersteller angekündigt, Technologien entsprechend diesem Standard zu entwickeln.

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Jörg Kempf

Jörg Kempf

Chefredakteur, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik